Ich und meine Welpen

 

Ich bin zwar nun schon seit ein paar Tagen auf der Arbeit am texten (schreiben im Kopf), aber so richtig wills am Laptop noch nicht funktionieren und auch finde ich es schwierig den Übergang von Autismus zu den Hunden, meiner Zucht und Hunden im allgemeinen zu finden.

Die von euch, die mich kennen und auch jene, die meine Zucht schon seit langem beobachten, werden bestimmt gemerkt haben, dass ich super gerne vom Puzzle im Zusammenhang mit meinen Welpen rede. 
Man zeigt den Kleinen so viel wie möglich, bringt ihnen noch mehr bei, wächst mit ihnen zusammen und dann kommt die Zeit, wo all diese kleinen Puzzleteile zusammengesetzt werden können, zu einem wunderbaren kleinen Charakter, der bereit ist, die Welt zu erobern. Ich liebe diese Zeit und sie zeigt mir jedes Mal aufs Neue, was da entstehen kann, wenn man den Kleinen Zeit gibt. Das ganze passiert schon fast von alleine und ist nicht festgelegt. Mal setzen wir alles recht früh zusammen und mal ist es besser noch zu warten - der Welpe weiß wann er soweit ist.
In den letzten Monaten habe ich an meinem ganz persönlichen Puzzle gearbeitet und auch dieses Mal hat sich alles gefügt. Alles passt perfekt zusammen und auch wenn es schwer war, bin ich froh, mein letztes Puzzleteil gefunden zu haben.

Eigentlich sollte jedem Welpenkäufer ja klar sein, dass so sein Welpe mit einer Werksvoreinstellung kommt, daher ist es wichtig einen Züchter zu finden, der zu einem passt, der Welpe ist, im Idealfall, auf den Züchter geprägt und wird die Eigenschaften seines Züchters weiterhin mögen.
Meine Welpen kommen nicht mit einer Werksvoreinstellung, sondern als Special Edition!
Das war von Anfang an so und wird auch immer so bleiben. Ich hatte halt nur den falschen Blickwinkel auf mich und meine Rasselbande.

Im nachfolgenden Text möchte ich versuchen, mich und uns zu erklären. Wieso mache ich etwas? Wieso funktioniert es? Wieso macht das kein anderer Züchter? Wie prägt das die Welpen? Wo sind die Schnittstellen von Autismus, mir, Hund und Zucht? 
Wenn der Text chaotisch wirkt, bitte ich, dies zu entschuldigen. In meinem Kopf sieht es derzeit auch nicht besser aus.

Der Autismusteil ist nur auf mich bezogen, so wie ich es empfinde. Bei anderen Leuten mit Autismus könnte es wiederum anders sein. Auch Autismus hat zwar, so finde ich, eine eigene Psychologie mit einem eigenen Leitfaden, genau wie es dies bei neurotypischen Leuten gibt, aber das Spektrum ist halt groß und bietet viel Raum für Unterschiede.
Ich habe einfach das Glück, dass es bei mir und meinen Hunden so haargenau passt; von Natur aus streben wir nach demselben. 
Wir sind im Einklang und das schon seit ich denken kann.
Da meine Oma und meine Tante schon Pudel gezüchtet haben, bin ich mit recht vielen Hunden aufgewachsen und es gab immer wieder diesen einen perfekten Welpe in den Würfen. Wir ticken einfach gleich. 
Es passierte nicht oft, aber die Bindung zu diesen Wollknäulen war deutlich inniger als zu den anderen, wenn man bedenkt, dass ich zu der Zeit nur eine Randfigur war, es keine genetische Selektion auf diesen bestimmten Charakter gab und auch die Prägung auf mich fehlte, ist es naheliegend, dass es nur ab und an so gut passte aber es war von Anfang an da. 

Als ich damals meine Lilly ausgesucht hatte, war auch dieses gewisse Etwas da. Ich durfte damals in den Welpenauslauf, um mir einen Hund auszusuchen. Im Gewusel setzte ich mich auf den Boden und wartete ab. Lilly hat mich gefunden.

Als ich 2025 anfing intensiv über Autismus und Co zu lernen, war es gar nicht so einfach, das Thema ohne meine Hunde zu betrachten. Nach einem Lesemarathon war ich öfters eher verwirrt und wusste nicht was vom gelesenen zu mir und was zu den Hunden gehört, da ich aber meine Lernthemen trenne und mich im Wechsel damit beschäftige, war es nicht logisch für mich, wo dieses komische Gefühl herkommt, beide Themen zusammen, sollten einen Ausgleich bilden, so wie sonst auch. Das hat aber nicht funktioniert. Ich habe ja nur über Autismus gelesen oder war ich doch ins Hundethema abgerutscht? Manchmal weiß ich nicht, was ich mache, warum ich etwas so will bzw. merke nicht, wenn ich, während dessen ich was mache, mein Vorhaben änder. Es ist oft nur ein Gefühl, dem ich folge.
Die Verwirrung wuchs, der Ausgleich blieb aus und ich stand völlig auf dem Schlauch. 
Platz für mehr Lernen war nicht da und somit tat ich mir oftmals keinen Gefallen mit dem Lesen und Lernen, aber ohne ging es auch nicht. 
Lange habe ich gedacht, dass mein Lernen kaputt wäre. Da alles zu einer großen Einheit verschmolzen war, und ich in meinem eigenen Chaos nicht weiter kam, war das Gefühl in allen Bereichen da. 
Erst als ich 2026 angefangen hatte alles zu verarbeiten, habe ich gesehen, wie viel ich 2025 geändert habe. Es war vorher einfach nicht so greifbar für mich. Schwer zu erklären, es fühlte sich halt nicht an, als hätte ich was gemacht. Durch E-Mails an Welpeninteressenten war klar, wie früh ich aber damit angefangen habe und wie rasch das alles ging. So wie immer. Wenn ich was besseres herausgefunden habe, eine Idee habe oder einen Plan, dann will ich es auch so. Ich mache es einfach. Warum soll ich darüber nachdenken? Es passiert halt einfach, logisch, oder? Ein zurück ins Alte gibt es ab dem Punkt nicht mehr. 


Lilly habe ich ja schon erwähnt, dann mache ich da weiter.

Es ist für mich immer ein Rätsel gewesen, wie Züchter ihre 4, 5 oder 6 Tage alten Welpen verkaufen können. Selbst 6 Wochen ist, in meiner Welt, extrem früh und nur durch ein Ausschlussverfahren möglich.
Das, was ich suche, ist selten so früh da. Es wächst, entwickelt sich, entsteht und all das braucht Zeit. Lisi (genetische Linie zu Lilly: Lilly-Castiel-Siraya-Lisi) war mit ihren 3,5 Wochen der jüngste Welpe, wo ich dachte “na was kommt denn da”. Eigentlich sollte Lisi nicht bleiben, da ich hoffte, ihre Schwester würde es “schaffen”. Dem war aber nicht so und so wie es ist, ist es perfekt.
Lisi´s Linie geht über Thunder weiter zu Orlando, wobei Orlando über Mutter Blue und Oma Atria auch wieder zurück zu Lilly führt. Auch Buffy stammt von  Lisi´s Linie ab.

Von Anfang an waren Welpen bei mir geblieben, bis sie 6 Monate und älter waren. Das war für mich normal und das ist es immer noch. Es muss halt für alle passen und meine Hunde haben Mitspracherecht. Wie wichtig dieses Mitspracherecht ist, wurde mir in all den Jahren immer wieder gezeigt. Ich kann den Leuten halt nur vor den Kopf schauen und in viel zu vielen Fällen werden meine Erklärungsversuche missachtet, unterschätzt, verworfen…. es wird nicht zugehört und wie wichtig für meine Hunde das “wir” ist, verstehen nicht viele. Ich muss schon eingestehen, dass es auch für mich extrem schwierig war, etwas zu erklären, was einfach da ist und wofür ich weder Wörter noch gute Beispiele habe. Ist DAS bei euch nicht einfach da? 

Auch habe ich erst jetzt verstanden, dass das Reden mir zwar Spaß macht (es ist auch sehr wichtig für mein Denken), aber es bei Interessenten zum Overload kommt. Das liegt zum einen daran, dass es viel zu viel Information ist, in rund 2 Stunden kann ich viel sagen, aber auch daran, dass vieles von dem für die Anderen neu ist. Sie müssen sich also nicht nur merken, was ich gesagt habe, sondern auch alles verarbeiten, was auf einmal anders ist als das, was sie im Internet gelesen haben, in Hundeschulen erfahren haben oder von Nachbarn kennen.
Ich sage zwar auch, dass man mich gerne unterbrechen darf und das gefragt werden soll, erst recht wenn was unklar ist und dass ich weitere Fragen sonst auch per E-Mail noch mal beantworte. Aber zu Beginn ist es irre viel für euch.
Auch für mich sind Besuche anstrengend, schön aber eben anstrengend. Ich nutze die Tage danach, um alles noch mal durchzugehen. Wer hat was gesagt? Wie war die Reaktion? Wo hat es gehakt? Wie war der Umgang mit den Hunden? Was sollte ich in einer E-Mail noch mal aufgreifen?... und so weiter. 
Jetzt weiß ich, dass das bei der Mehrheit an Interessenten nicht so der Fall ist. Nicht in dem Ausmaß, wie ich es mache. 
Es ist neu. Es ist kompliziert. Das will ich nicht.
Über die Jahre habe ich immer wieder Absagen bekommen, wo ich nicht mitgerechnet habe. Es hätte alles perfekt gepasst. Das hat mich nie gestört, weil ich ja die perfekte Familie suche und es gibt ja immer noch den privaten Teil von den Leuten, den ich nicht kenne. Eine Variable, die ich nicht mit berechnen kann. Wenn die Familie von mir keinen Welpen will, wird es dafür schon gute Gründe geben. Es muss halt für alle passen. Also alles gut. 


Dieses Jahr (2026) habe ich eine Absage bekommen und da hieß es: “..... aber ich habe das Gefühl, auf Dauer deinem Hund nicht gerecht werden zu können.” Ich weiß nicht, ob die Aussage so gemeint ist oder ob man nach einem höflichen Absagegrund gesucht hat. Normalerweise sage ich, dass ich keine Begründung brauche, sagt einfach nur ab (hilft meinem Kopf, sonst kommen zu viele Fragen) und eure privaten Gründe gehen mich nichts an.
Aber gibt es wirklich Leute, die denken, dass meine Hunde kompliziert sind oder bin ich zu kompliziert? Zur Zeit habe ich nämlich das Gefühl, dass das einzige Unkomplizierte in meinem Leben, die Hunde sind. Sie sind so einfach, frei, vorhersehbar und immer an meiner Seite. 
Meine Lockenwölfe sind alles, aber nicht kompliziert und ich hoffe sehr, dass ich mit meinem Schreiben es schaffe, weniger kompliziert für euch zu sein. (Ich weiß, ein langer Text ist nicht sehr hilfreich).
Vieles von dem, was für euch neu ist, chaotisch wirkt, stressig ist oder nicht so wie vorher, wird systematisch abgelehnt und das in allen Lebensbereichen. Ihr verweigert euch dem und werdet stur. Ich hingegen finde es - wenn es zu viel auf einmal ist, dann eher erst auf den 2. Blick - eher spaßig. Ist erst mal mein Interesse geweckt, will ich wissen, wie es geht. Ich will das Neue lernen und umsetzen. Ich will das Chaos sortieren und einen Weg dadurch finden.         

Durch eine Situation auf der Arbeit und durch die oben genannte Absage war ich nun neugierig geworden und wollte wissen, wie ich denn mit neuen Informationen umgehe. Wie leicht fällt mir das Lernen von komplett neuen Dingen, wo ich noch keine Information zu habe. Alles, was sich auf die Hunde bezieht, ist kein Lernen mehr. Ich füge nur Informationen hinzu und schaue, ob es gut oder schlecht ist. Für mich ist das kein Lernen. Es fühlt sich anders an. Auf der Arbeit musste ich dieses Jahr was Neues lernen und durch ein Gespräch bemerkte ich, dass der Punkt wo bei mir die Unruhe aufhört, dass Lernen fertig ist und nun nur Information gesammelt wird. Kein Chaos mehr. Im Kopf ist das ein super klarer Unterschied und dies ist auch der Grund, warum ich 2025 dachte, dass mein Lernen kaputt ist. Ich habe nicht gelernt, ich habe Informationen gesammelt. Einmal zum Thema Hunde und einmal zum Thema Psychologie. 
Also ein komplett neues Thema gesucht und gefunden.
Es ist genau so gewesen, wie ich es gedacht hatte. Auch für mich war das viel Neues. Recht chaotisch und vor allem zeitaufwendig, aber geschafft habe ich es trotzdem, weil ich einfach zu neugierig war, wie das denn nun funktioniert.
In wenigen Sitzungen habe ich mich mit dem Programmieren beschäftigt und das Welpentagebuch des O-Wurfes neu geschrieben. Hat funktioniert und war echt ne coole Zeit.
Wenn ich mich erstmal für ein Thema begeistern kann, ist der Rest eine angenehme Beschäftigung. Kein Stress. Wenn ich euch also nicht für mich und das Neue begeistern kann, kann ich mir gut vorstellen, wie schwer es euch fällt zu lernen, zu verstehen und vor allem zu akzeptieren. Nun bin ich zwar recht weit vom Thema abgekommen, aber vielleicht hilft es dem ein oder anderen, sich fürs Lernen zu begeistern. 


Ein paar gute Ideen, Beispiele und Erklärungen hatte ich über die Jahre gefunden, einige kennen es vielleicht noch. Jetzt weiß ich, dass der Rechenweg zwar ein anderer ist, wir aber auf denselben Nenner gekommen sind. 
Ein Grund, warum dieses Etwas wachsen muss, ist halt auch die Erfahrung, die die Welpen mit mir erst mal sammeln müssen und dann kommt noch das Rudel dazu. Oft dürfen die jüngeren Hunde noch nicht “mitmachen”. Mufasa war schon locker 9 Monate, als es bei mir klick machte und ich verstand, wie er “aufpasst”. Die kleine Lilly aus unserem O-Wurf war mal gerade 10 Wochen als es anfing und in den letzten Wochen, wo wir viele verschiedene Familien kennenlernen durften, hat sie sehr gut unter Beweis gestellt, was sie kann. Obwohl es vom Alter her so ein krasser Unterschied ist, sind beide Hunde trotzdem sehr wichtig für mich, denn auch Mufasa zeigt deutlich an und ist ein Anker für mich.
Diese Charakterentwicklung ist auch nicht in Stein gemeißelt und auch der Grund dafür, warum ich keinen Welpen für Interessenten aussuchen kann oder will, erst recht nicht, wenn es junge Welpen sind, die mit 10 Wochen ausziehen. Der kleine Charakter wird sich so schnell ändern und sich so schnell anpassen, dass es sich oft schon nach wenigen Wochen wie ein fremder Welpe für mich anhört, wenn ich Up-Dates bekomme.
Zum Glück geht es in den meisten Fällen gut und die Kleinen wachsen mit ihren Familien zusammen. Trauerbegleithunde, Support Dogs, Medical Dogs …. absolut keine seltenheit und ich freue mich für jede Familie, die es geschafft hat das kleine fünkchen “Etwas” weiter zu entwickeln. Auch als Familienhunde sind die Lockenwölfe großartig.
Aber es gibt halt immer wieder genau das Gegenteil. Die Leute sind total am Thema vorbei und kriegen es einfach nicht gebacken. Man selber sitzt am PC und liest die Up-Dates und schüttelt nur mit dem Kopf! Das ist zu viel! Macht langsamer. Wieso so! Ich habe es doch erklärt …. In ellenlangen Texten wird der Welpe/Hund gelobt, bis man aufs Aber kommt. Super, dann eben nicht.

Ich möchte wirklich niemanden auf die Füße treten und auch niemanden an den Pranger stellen aber nun wo ich alles erklären kann, wo ich weiß wie sich was aufbaut, zusammen fügt, wie der Hund von Natur aus tickt, wie ich ticke, fühlt es sich nicht mehr an wie eine Rechtfertigung. Jetzt möchte ich erklären, Wissen verbreiten und Helfen mit einem Vokabular, einer Sprache, die es, hoffentlich, für alle verständlich macht. 
Wenn ihr aber dennoch denkt, dass der Schuh passt, dann bitte, zieht ihn an. Es muss mir egal sein, denn dies ist meine Welt und hier bin ich wir und daran wird sich auch nichts ändern.

Also bitte versucht diese Seite als Aufklärungsseite zu sehen und nicht als persönlicher Angriff xx

Wenn ich das Thema Charakter noch mal anschneiden will, komme ich um Joy nicht herum. Mein kleines Hexenbiest, so habe ich sie liebevoll genannt, hat 11 Jahre auf mich aufgepasst, ohne dass ich es wusste. 
11 Jahre hat sie uns, leider recht regelmäßig, in den Wahnsinn getrieben. Was ich nicht wusste, war, dass es meine Nerven waren, die blank lagen, nicht IHRE! Ich war die ganze Zeit der Auslöser, jeder hat es mitbekommen, keiner hat es verstanden. 
Es ist schwer sich vorzustellen, wie laut und penetrant nervig so ein kleiner Hund sein kann und wie rasch sie “hoch ging wie ein HB-Männchen". Um Streit in der Familie auszuweichen, hat sie mich so in meine Pausen gezwungen. Ich habe schnell gelernt, sie zu lesen und wusste, dass zu viele stressige oder anstrengende Tage in Folge ihr nicht gut tun. Wenn ich es schaffte, habe ich daher selber für Pausen gesorgt. Wenn ich es vergessen habe oder nicht bemerkt habe, hat Joy dafür gesorgt.
Irgendwo in ihrer Welpen- oder Jungenzeit gab es ein Schlüsselmoment, wo sie ihr Verhalten das erste Mal angewandt hat und es muss auf Anhieb funktioniert haben. Prägung ist stärker als Erziehung und so wurde ihr lautes Verhalten zu meiner Amygdala.
Als ich das endlich verstanden hatte, brach für mich schon eine kleine Welt zusammen. Wie kann ich behaupten, dass wir als Familie zusammen leben und wir zusammen gehören, aber so etwas Wichtiges, richtiges und gutes übersehen. Es war für mich in all den Jahren nie greifbar. Joy war einfach mein kleines verrücktes Hexenbiest. Ein Jahr hatte ich nun Zeit, noch mehr von ihr zu lernen, sie Bewusster wahr zu nehmen und dadurch mich besser verstehen zu lernen und nun ist sie tot. Das Universum hat echt ein scheiß timing ….

Dass der 6-Wochen alte Welpenkopf genau so gut funktioniert wie der eines erwachsenen Hundes ist Fakt. Es ist nur der Körper, der noch nicht alles kann in so jungem Alter.
Auch benötigt der Hund nur eine einzige Situation zum Abspeichern. Er unterscheidet nicht von Positiv und Negativ, alles wird gespeichert.  Auch das ist Fakt.
Durch ein Kommentar im Internet den ich vor zig Jahren gelesen hatte wurde daraus meine Erklärung:
Im Umgang mit den Welpen müssen wir vom Wort Welpe wegkommen und uns einen Hund vorstellen. Die meisten Menschen, die von Welpen sprechen oder an sie denken, fallen in den Beschützermodus und vermenschlichen den Welpen zu sehr, so dass sie am Thema vorbei erziehen.
Wenn wir aber vom Hund reden, hat jeder eine klare Vorstellung, wie er sein muss.
Das Problem:
Der Hund unterscheidet nicht zwischen Welpen und Hund. Wenn der Welpe etwas durfte, will es der Hund später auch.
Also, weg mit dem Wort “Welpe”. 


Zudem muss sich die Familie im Klaren sein, wo sie ist und wo sie hin will und dieser Weg muss so reibungslos gestaltet werden, wie möglich. Der Hund sollte so wenig negatives Lernen haben wie möglich. Er sollte sich schon mit Schrecken, Angst und Zweifel auseinandersetzen dürfen, aber dann bitte mit Safe Person und Safe Space. Bevor an irgendetwas gearbeitet wird, muss also erst eine Vertrauensbasis aufgebaut werden. An wen soll sich der Hund wenden, wenn was schreckliches passiert? Wer klärt? Wer beschützt? Wer passt auf? (Das ist für ein Welpe der umzieht genauso wichtig wie es auch für einen erwachsenen Hund ist)
Das Problem:
Schon mal was von Bottom-Up Thinking gehört? Nein! Ich auch nicht bis vor kurzem. 
Googled das mal. Ich wusste überhaupt nicht, dass es zwei Arten des Denkens gibt, aber hier scheint ein großer Unterschied zu sein. Mein: “Das müssen die doch sehen” greift hier oft nicht.
Ein weiteres Problem ist, dass Vertrauen nicht mit Leckerlies erkauft werden kann. Vertrauen könnt ihr euch durch Aufpassen erarbeiten und Aufpassen hat nichts mit Macht oder Dominanz zu tun. 
Erst vor kurzem wurde mir klar, dass dieser Versuch zu erklären wohl falsch aufgefasst wird. Eine Person war hier zum kennenlernen und wir kamen auf Wildi zu sprechen. Ich erklärte der Person, dass er ein super guter Hund ist und sich prächtig macht. Er ist im Ausflugsrudel der Aufpasser und der Rest der Truppe orientiert sich gerne an ihm und das dies super gut sei, da er sich wiederum stark an mich orientiert bzw. er in seinem Freiraum sehr respektvoll ist. 

Die Person hörte geduldig zu und meinte dann, dass er gar nicht so dominant wirkt.
Voll krass! Wildi ist nicht dominant. Er ist der Aufpasser. Er kann und darf nicht dominant sein, wenn er diese Rolle zugesprochen bekommt. Shit, das habe ich so nicht kommen gesehen. Wenn das die Auffassung der Anderen ist, so sind meine “Aufpasserhunde” eher schlecht, negativ? Echt jetzt. Das sind die coolsten und wichtigsten Hunde im Rudel, erst recht, wenn sie so eng mit mir zusammen sind. Wildi sieht das, was ich übersehen habe, gibt Rückmeldung an mich und ich kann klären. 
Sobald man also zu zweit ist, muss einer aufpassen. Idealerweise der Mensch. Tut es der Hund, geht es nur, wenn er freiwillig Rückmeldung an den Menschen gibt und abwartet und dies geht nur, wenn der Mensch eine schnelle Reaktion hat. Scheiße wird es erst, wenn der Hund aufpast UND klären muss, weil der Mensch beides nicht kann.
Ihr müsst genügend Vertrauen aufbauen, so dass der Hund nicht regeln will, weil ihr es besser könnt. Die Aufpasserrolle nimmt man sich nicht, die wird einem Zugesprochen; keiner will diesen Posten aber einer muss es halt machen. Wer aufpassen muss, hat quasi die Arschkarte gezogen.
Ihr müsst also in schreckhaften, unvorhersehbaren, gruseligen Situationen blitzschnell, sicher und zuverlässig reagieren können, um klare Ansagen machen zu können. 
Da sind diejenigen klar im Vorteil, die ihre Umwelt fast komplett ausblenden können. Mir doch egal, was die Anderen denken, wir warten jetzt, bis wieder Ruhe herrscht. 
“Wie kannst du nur so ruhig bleiben” ist auch eine Aussage die ich öfters bei Gassiverabredungen höre. Tja, ich hab halt die Arschkarte und muss aufpassen. Ich muss den Überblick behalten und Ruhe bewahren; auch im Chaos. Diesen Punkt finde ich echt mega witzig. Die ganzen Flight-Situationen sind echt scheiße, wenn es aber in eine Fight-Situation endet ist es echt krass was ich mir da über die Jahre so geleistet habe. Was ich gemacht habe! Zum Glück passiert das nur, wenn ich für meine Hunde einstehen muss und ganz extrem, wenn die Fakten verdreht werden. Alle Anderen bekommen den Teil nicht zu sehen. Bin eigentlich nicht so bissig. 
Also, Aufpassen ist mega wichtig.

Das Abspeichern von Erinnerungen, egal ob positiv oder negativ, findet immer statt. Zumindest beim Hund. Beim Menschen bin ich mir da nicht immer so sicher. 
Es ist viel schwieriger, etwas zu korrigieren, als es von Anfang an richtig zu machen. Für die Korrektur braucht man viel Zeit und viel Geduld.
Bei mir gab es dazu immer diese Erklärung (auch im Netz gefunden und für gut befunden):
Im Kopf des Hundes ist eine weiße Tafel. Solange sie weiß ist, ist alles gut. Das Weiß steht für Sicherheit. Wenn der Hund nun ein Fehlverhalten erlernt, steht dies mit schwarzer Farbe auf der Tafel. Ihr werdet nun mit vielen Wiederholungen dieses falsche Verhalten übermalen müssen, bis alles wieder weiß ist. 
Jetzt weiß ich, dass der Rechenweg zwar anders ist, aber das Ergebnis doch sehr stimmig. So ist es richtig:
Der Hund sammelt seine Erfahrungen wie kleine Skripte, Videos, die mit Gefühlen voll gepackt sind. Alles, was er tut, hat den großen Sinn der Sicherheit. Er will immer wieder zur inneren Ruhe kehren. Dazu kann er in fast jeder Situation auf diese kleinen Videos zugreifen und pickt sich die Beste raus, die rasch wieder zur Ruhe führt. Auch die Jagd wird durch solche Videos im Kopf gelenkt und es endet immer in Ruhe. Es gibt Futter, alle sind beisammen, es ist geschafft.
Wir Menschen müssen nun also nur dafür sorgen, dass der Hund Skripte im Kopf hat, mit dem passenden Weg, der passenden Lösung, so dass der Hund zur Ruhe kommen kann. Selbst wenn der Hund Fehlverhalten hat, wird man bei genauer Betrachtung sehen, dass sie alle in Ruhe enden. 

Wenn der Hund nun ein solches negative Video im Kopf hat, bleibt es auch. Jedes.Einzelne.Davon! Wir können nichts löschen. Zum Glück auch nicht die Guten.
Was wir aber sehr wohl tun können ist, in kleinen Schritten, diese schreckliche Situation zu erzwingen und dann neue Videos schaffen mit einem besseren Lösungsweg.
Hat der Hund genügend gute Skripte, wird er sich auch wieder “richtig” entscheiden.
Diese Art des Denkens ist auch der Grund, warum Hunde immer wieder alte Gewohnheiten aufleben lassen. Warum es so schwer fällt es abzutrainieren. Warum er das jetzt wieder macht, obwohl es doch so lange so gut läuft. Tja, es ist halt nie weg gewesen, nur unter Kontrolle und eure neuen Videos waren bzw. sind nicht gut genug, um zu tragen. Eine positive Erinnerung, die etwas Negatives überwiegen soll, muss extrem stark sein, um zu tragen. Bei Menschen kann man diese Stärke der Gefühle aufbauen, beim Hund nicht und daher braucht man einfach mehr Wiederholungen, um sich sicher zu sein, dass es so auch geht. Mit jeder Wiederholung, die der Hund durchläuft, wird das neu gewonnene Video etwas kürzer, bevor Ruhe einkehrt. Selbst wenn das 5. neue Video dann doch mal länger wird, weil die Situation sich zugespitzt hat, sind da ja immer noch die 4 kürzeren Videos und die nächsten werden ja auch wieder kürzer. Irgendwann ist das perfekte Video entstanden: kurz, sicher und in Ruhe endend. Dies wird dann die beste Lösung für die Situation sein und dafür wird sich der Hund entscheiden. 
Auch hier sind die Leckerlies nur bedingt nützlich, da sie den Blickwinkel des Hundes zu weit vom eigentlichen Thema ablenken. Es gibt viel zu viele Hundebesitzer und Hundetrainer, die eine Trainingsmethode nach der anderen abarbeiten, weil nichts greift. Wie denn auch? Ist die Trainingsmethode negativ behaftet, wird der Hund wieder auf sein eigenes, negatives Skript greifen. In dem Falle ist das nämlich das Einfachste und es wird 
immer nach der einfachsten Lösung gesucht, die wieder zur inneren Ruhe führt. Prägung ist stärker als Erziehung
Ich verrate viel zu viel über mich.
Auch ich habe den Kopf voll mit Erinnerungen und Gefühlen. Wenn es sich nicht gut anfühlt, mache ich es nicht oder ich will es halt nicht. 
Wenn es positiv ist, ist alles gut, ich weiß es ja. Ich weiß öfters nicht, was gut wird, aber das wird schon. 
“Warte, das wird gut …” und dann lasse ich den Gedanken, mein Skript, durchlaufen, um zu erfahren, was denn gut wird bzw. was ich machen muss, damit es gut wird.
Ist das Gefühl negativ, lehne ich sofort ab und will es gar nicht wissen. 
Dass der Welpe vorsichtig mit Erfahrungen gefüttert werden muss und dass er dafür Safe Space benötigt, um sich sicher zu fühlen, war schon immer logisch für mich. Zeit und Raum brauchen wir beide. Zeit zum Verarbeiten und Raum, damit das Gruselige auf Abstand bleibt. Welpenaufzucht ist kein Sprint! Nimmt euch die Zeit, den kleinen 4-Beiner groß zu ziehen. Die meiste Zeit seines Lebens wird der 4-Beiner ein erwachsener Hund sein und der muss gut sein. Ein Streber in der Welpenschule geht oft nach hinten los, da nicht genug für das spätere Leben aufgebaut wurde. Macht langsam. Sammelt Puzzleteile.

Oben habe ich geschrieben: Dazu kann er in fast jeder Situation auf diese kleinen Videos zugreifen und pickt sich die Beste raus, die rasch wieder zur Ruhe führt.
Dazu möchte ich noch was ergänzen.
Wenn der Hund in Panik gerät, macht sein Kopf dicht und da kommt ihr nicht mehr ran. Dann kann auch er nicht auf die Videos im Kopf zugreifen. Es ist alles gesperrt und steht nicht zur Verfügung. 
In richtiger Panik ist es daher nötig, Ruhe zu bewahren (hört auf zu labern, der Hund hört euch eh nicht). Sichert den Hund und vor allem euch, er könnte um sich beißen. Lauft nicht hinterher und drängt ihn nicht, das treibt ihn nur noch weiter in die Flucht. Wenn er weg läuft, versucht ihn mit Abstand im Blick zu behalten. Und dann heißt es Warten. Fangt erst wieder an zu reden, wenn der Hund wieder am denken ist. Eure Stimme wird ihm helfen, ins Hier und Jetzt zu finden. Bei Hunden ist hier Selbstbeherrschung wichtig. Achtet darauf, dass ihr eine gute und neutrale Stimme habt und redet einfach vor euch hin. Ihr könnt auch anfangen Signale/Vokabel zu nutzen, die ihn sonst auffordern, zu euch zu kommen oder mit euch zu gehen. Den Wechsel von Offline zu Online werdet ihr dann schon bemerken. Das Gleiche gilt für draußen. Wenn ihr in seine Nähe kommt, setzt euch hin und redet einfach vor euch her. 

Da es leider schon drei mal vorkam, dass Hunde nach dem Umzug ins neue Heim, in einer Panikattacke entlaufen sind (einmal beim Gassi gehen und 2 mal aus dem Garten) liegt mir dies besonders am Herzen.
Es ist zum Glück immer gut gegangen und alle drei Hunde haben sich, als der Kopf wieder funktionierte, dem Menschen wieder angeschlossen. Ein Hund fand den Weg wieder zurück zum neuen Heim und die zwei anderen Hunde haben einfach ein fremdes Haus aufgesucht. Mensch = Sicherheit und Ruhe. Prägung ist stärker als Erziehung. Meine Hunde wissen, dass wir Menschen gut sind und dass wir aufpassen. 
Was ich in einer Situation irritierend fand, war, dass ich nach einer Tonaufnahme der Mutter gefragt wurde. Es wurde eine Hundestaffel angefordert und dort hat man wohl nach der Tonaufnahme gefragt.
Eine solche Aufnahme hatte ich nicht und zum Glück war der Spuk dann doch wieder vorbei.
 Vielleicht lag hier nur ein Missverständnis vor, aber wenn nicht, bin ich mir sehr sicher, dass die Tonaufnahme der Mutterhündin nicht geholfen hätte. Was sehr wohl geholfen hätte, wäre eine Aufnahme vom spielenden Rudel.
Ihr wollt in solch einer Situation was Gutes, was Positives, etwas was einlädt zum kommen. Spielen geht doch eigentlich immer. Eine Aufnahme abzuspielen, wo der Hund seine Mutter hört, die warnt (warum sollte sie sonst als erwachsener Hund laut geben) wäre nicht meine erste Wahl.

Also bis hierhin können wir zusammen fassen:
 - Der Hund handelt getrieben von Gefühlen.
 - Kleine Skripte/Videos lenken ihn und führen immer zur Ruhe.
 - Innere Ruhe und Sicherheit ist ihm sehr wichtig.
 - Er vergisst nicht.
 - Prägung ist stärker als Erziehung.
 - Leckerlies ändern den Blickwinkel und lenken ab.
 - Das Vertrauen ist nicht käuflich.
 - Einer muss aufpassen.
 - Aufpassen hat nichts mit Dominanz zu tun.
 - Der Hund braucht Zeit und Raum.


 Was ist noch total gruselig und etwas, was für mich so nicht in Frage kommt? Hier sind wir rasch beim Thema Sozialisierung.
Die meisten Leute haben im Kopf, dass ein gut sozialisierter Hund auch gleichzeitig Hundeverträglich ist und immer und überall angefasst und gestreichelt werden will.
Das ist ein großer Irrtum!
Ein gut sozialisierter Hund ist ein Hund, der in unserem sozialen Umfeld ein treuer Begleiter für seinen Menschen ist!
Wenn Mensch+Hund sicher und ruhig die Welt erobern können, ist das alles was nötig ist. Kein fremder Mensch und kein fremder Hund hat was in dieser Safety Zone zu suchen! 
Ein gut sozialisierter Hund akzeptiert es, dass es auch noch andere Meschen gibt. Dass es auch noch andere Hunde gibt. Dass es mal laut und mal trubelig wird. Dass es eng wird, dass man mal stehen bleiben muss, Autos, Fahrräder, Jogger dicht vorbei flitzen. All das kennt und akzeptiert der Hund, weil sein Mensch aufpasst. 
Ich bin viel unterwegs und schaue mich auch gerne mal um und ich muss sagen, dass ich noch nie beobachten konnte, dass Menschen, die zu einander fremd sind, sich bei jeder Begegnung begrüßen, sich die Hand geben, miteinander reden oder in irgend einen anderen beiläufigen Kontakt kommen. Alle erledigen einfach ihren Einkauf, gehen durch die Stadt, gehen spazieren, aber eben glücklich und zufrieden in ihrer eigenen kleinen Welt. Wenn es doch mal zu sozialen Kontakten kommt, geschieht dies fast immer auf einer freundlichen und respektvollen Ebene. Der Privat Space wird berücksichtigt und der Situation angepasst. Passiert eigentlich automatisch.
Wieso wird dieser respektvolle Umgang vergessen, wenn ein Hund mit im Spiel ist?
Auch der Hund und sein Mensch sind in ihrer eigenen Welt und wenn ihr da rein wollt, hat dies über den Menschen zu geschehen und nicht über den Hund! Ein “Hallo. Darf ich den Hund streicheln?” sollte wohl jeder über die Lippen bekommen. Seid mutig! Redet!
Und zudem gibt es immer mal wieder Herrchens und Frauchens, die vielleicht gar keinen Kontakt wollen. 
Hund ist lieb und brav, aber ihr dürft gerne weg bleiben. Kein Hundebesitzer muss euch dulden. Also aus Sicht der Menschen macht dieses unhöfliche Verhalten keinen Sinn. Ihr könnt es doch sonst auch.
Und nun das ganze aus der Sicht der Hunde und hier zeigt sich dann auch warum richtiges soziales Verhalten nicht das ist was die Mehrheit glaubt.
Auch Hunde haben von Natur aus einen höflichen Umgangston und der nennt sich Ignoranz. Hunde ignorieren einander oder auch andere Menschen, um zu zeigen, dass sie freundlich sind und dass von ihnen keine Gefahr ausgeht. Sie wollen keinen Stress. Wenn da also etwas ist, was von Anfang an da ist, warum soll ich es kaputt machen, nur weil wir ein solches Verhalten als unhöflich ansehen? Ein großes Problem entsteht, wenn Einzelhunde die Hundesprache verlernen und dann auf Hunde treffen, die diese aber noch perfekt beherrschen. Die Hunde reden quasi aneinander vorbei. Ärger ist dann rasch vorprogrammiert.

Und auch im dritten Beispiel ist es wichtig, dass jedem seinen Privat Space zugesprochen wird. Der Hund könnte im Training sein. Der Hund könnte krank sein. Der Hund könnte einen schlechten Tag haben (ja, gibt es bei Hunden auch, mehr dazu später). Es könnte auch einfach sein, dass der Hund gut sozialisiert ist und ein perfektes Team mit seinem Menschen bildet, aber er andere halt wirklich nicht mag; auch das gibt es.
Es passiert zum Glück nicht oft, dass meine Rasselbande einfach angegrabscht wird, ohne vorher mit mir zu reden. Ich denke, dass die Anzahl der Hunde hier sehr hilfreich ist, aber so ein paar Geschichten haben sich über die Jahre schon angesammelt, wo ich einfach nur sprachlos bin über so viel Dummheit!
Ganz aktuell bei einem Gassiausflug in die Stadt mit dem O-Wurf.
Nach unserer Runde haben wir uns in den Schatten gesetzt. Ich konnte lesen und die Racker sollten zur Ruhe kommen und/oder beobachten. Da es zu vielen Kontakten kam - Menschen und Hunde - war nicht so viel Ruhe zu bekommen, aber auch an sowas müssen sich die Hunde gewöhnen. Es ist halt nicht immer gleich ruhig in der Stadt.
Dann kam ein kleines Kind auf uns zu gerannt und blieb so dicht vor uns stehen, dass ich die Leinen kürzer nehmen musste. Eine Person war bei dem Kind und versuchte, das Kind von uns wegzuholen. Eigentlich hätte ich gerne versucht, einen Kontakt aufzubauen. Das Kind hätte sich sicher gefreut und die Hundies sind lieb. Das Problem war aber, dass das Kind wie irre geknurrt hat. So ganz toll fanden die Lockenwölfe das dann doch nicht, als das Kind nicht aufhörte zu knurren, sondern sich da eher reinsteigerte. Von einer weiteren !erwachsenen Person! die mit Abstand zu uns stand, habe ich dann die Info bekommen, dass das Kind versucht mit den Hunden in deren Sprache zu kommunizieren. Das hat ein Erwachsener gesagt. Ein Adult!!! Meine Antwort war mega kurz: Ja, aber nicht anfassen. Mehr ging nicht und ich hatte dann auch schlagartig kein Interesse mehr an diesem Chaos. 

Wieso müssen wir immer für die Dummheit der anderen aufkommen? Gibt es keinen Elternführerschein? Asking for a friend.
Also:
Ein gut sozialisierter Hund ist unterm Strich ein treuer Begleiter, der mit sich und der Welt im Reinen ist. Wie viel der Hund aushält oder möchte weiß nur der Mensch und daher geht jeder Kontakt über den Menschen und dann schaut man, was man darf und was nicht.
Ein gut sozialisierter Hund ist kein Spielpartner für fremde Hunde. Auch hier geht jeder Kontakt erst über den Menschen.
Wenn ihr der Besitzer eines Einzelhundes seid, sucht ihr halt  lokale Gassiefreunde oder besucht in der Hundeschule die “Spielstunde” aber in allen anderen Bereichen hat euer Hund nichts im Safe Space eines anderen Hundes was zu suchen. 


Wie passt das alles nun zu mir und uns? 
Okay, nicht gerade freundlich, aber es bringt es auf den Punkt.
Dieses ignorante Verhalten, was wir nun ja von den Hunde kennen, habe ich auch.
Die Gründe sind andere, aber mein Verhalten ist das Gleiche und die Hunde unterscheiden da halt nicht.
Es ist also ganz normal für meine Lockewölfe meinem Beispiel zu folgen, denn ich passe auf und gebe den Takt an.
Wenn wir also an einem Tag unterwegs sind, wo ich nicht so “sozial verträglich” bin, ignoriere ich fast alles. Ich will zwar raus und ich bin auch dann gerne unterwegs, aber ihr stört. Bin ich an solchen Tagen in Begleitung, weiß ich erst durch meine Begleitung, dass da jemand mich wegen der Hunde angesprochen hat, daher weiß ich auch, wie gut das Ignorieren funktioniert, sorry.
Für meine Hunde ist das ein sehr guter und perfekter Zustand, denn ich bin, aus ihrer Sicht, sehr höflich und da ich den totalen Überblick habe, kenne ich den besten Weg auch durch Menschenmengen. Sie können mir Gefahrlos folgen. Mit klaren und direkten Ansagen lassen sie sich super lenken und so entsteht sehr viel Vertrauen und Sicherheit. 
Meine Hunde und auch unser derzeitiger O-Wurf sind es gewohnt, sich abgeleint oder im Schlepp frei durch Menschenmengen zu bewegen. Sie laufen dicht an Menschen vorbei und folgen mir. Alles ganz normal. Zur Not finden sie ihren eigenen Weg durch die Menge und schließen dann wieder auf. Selbst wenn da mal jemand den Hund über den Rücken streichelt, ist das absolut okay. Bis auf, dass ich es noch mehr scheiße finde als sonst, passiert da nichts.               Meine 4-Beiner kennen aber auch das extreme Gegenteil von mir! Jede Gelegenheit zum Reden wird genutzt. Hier müssen sich die Hunde in Geduld üben. Jetzt quatscht der 2-Beiner schon wieder. Manche Lockenwölfe ignorieren uns Menschen dann und gehen schnüffeln, manche legen sich ruhend hin (Das ist kein "Platz", was meine Hunde machen, das ist eine Ruhehaltung, die eingenommen wird! Freiwillig ohne Kommando) und andere lassen sich gerne streicheln oder belagern den oder die anderen Menschen. Wer kommt, darf gestreichelt werden. Der Hund sagt, was geht. 
Die meiste Zeit ist aber alles gut in Balance und wir befinden uns irgendwo dazwischen.
Aber aus diesen wechselnden Ereignissen, wir erinnern uns an die Videos im Hundekopf, wegen der klaren Ansagen, wegen des Aufpassen und wegen meiner inneren Ruhe bzw. Anspannung bekommen wir einen sehr gut sozialisierten Hund.  
Zieht nun einer meiner Hunde aus und der neue Besitzer “passt nicht so auf wie ich”, kann es schnell für den Hund gruselig werden. Was soll er machen, wenn keiner weiß wie es weitergeht? 
Ich kenne es gar nicht anders, als dass die Leute über mich und meine Hunde staunen. Blöde Sprüche bekomme ich auch zu hören, aber das ist halt deren Meinung.
Es vergeht eigentlich kein Ausflug mit dem Kommentar "You've got your hands full” oder “Das ist aber viel Arbeit".
Ob ich mit 2 gassie gehe oder mit 10 ist, bis auf den Platz den wir benötigen, egal. Die Anzahl ändert sich, aber wir sind ja immer noch wir und da ändert sich nichts.
Was soll da also schwerer sein?                                                                                                                                                                                                                    
Das Entwirren der Leinen ist zeitaufwendiger, aber das ist nur bei Welpen und Junghunden so, das hört auf und bei den Jüngeren habe ich das Glück, dass sie sehr viel im Schlepp laufen können, so habe ich keine Arbeit mit den Leinen.
Bei unserem O-Wurf ist Buffy die Einzige, die zur Zeit mehr Arbeit macht. Unser kleiner Wirbelwind und Sonnenschein hat zur Zeit eine Phase, wo ich ihr bei jedem Kind sagen muss, dass sie da nicht hin darf. Auch will sie in jeden Baggy rein schauen. Sie ist mega lieb und auch wenn sie zu nah an die Menschen geht - wir müssen auch deren Privat Space respektieren - sehr gut ansprechbar und ich kann sie lenken. Wir sammeln also fleißig weitere “weiter” Videos. Aber mit mal gerade 5 Monate ist das alles im normalen Bereich.


Mir persönlich gefallen Rüden besser als Hündinnen und ich denke, dass das am natürlichen Charakter der Rüden liegt. Hündinnen haben die Hose an und Rüden fragen, wie hoch sie springen sollen. Die Rüden sind alles, aber keine hormongesteuerten Machos!
Und sie haben eine sehr wichtige Rolle in der Welpenerziehung. 
Es gibt so viele Leute, die sich Züchter nennen, aber sie schaffen es nicht, ein Rudel zu führen? Was läuft da falsch? Die Prägung und Erziehung durch die Rüden im Rudel ist für die Welpen sehr wichtig und sollte nicht unterschätzt werden. Von der Nestpflege bis zur Abgabe haben meine Jungs eine wichtige Aufgabe hier bei uns und das machen sie alle sehr gut.
Warum andere Züchter das nicht machen oder das nicht wollen, ist nur schwer zu verstehen, denn eigentlich wollen sie doch das Beste für ihre Welpen und das Rudel. 
Oft wird als Grund angegeben, dass die Rüden leiden, wenn die Hündinnen läufig sind. Naja, leiden tun meine Rüden hier nicht. Schwer verliebt sind sie für 5 Tage aber trotzdem. Es sind 5 Tage, nicht 3 Wochen! Und das war schon immer so. Der Unterschied liegt in der Haltung! Die Hunde wissen von der bevorstehenden Läufigkeit, bevor ich es weiß. Trennen, damit der Rüde nicht viel mitbekommt, ist also echt mies.
Man trennt das Rudel nicht, man lässt es so normal wie möglich zusammen und man trennt auf keinen Fall die Rüden vom Rudel. Was man schon machen muss, ist die Hündin sichern. 
Die Rüden müssen auch während der Läufigkeit wissen, dass alles gut ist, dass die Hündin noch da ist, dass wir zusammen sind. Dann klappt das auch in der Gruppe und vor allem gibt es keinen Stress.
Wo ist der Unterschied?
Das Chaos:                                                                                                                                                                                                                                                   
Schon bei einer Gassigruppe von 5 Hunden sind die meisten Leute überfordert mit der Anzahl an Hunden, die sie sehen. Sie sind oft irritiert, wie das so funktioniert. Jetzt könnt ihr euch vorstellen, wie viele Besucher reagieren, wenn sie hierher kommen und vom Rudel begrüßt werden (meine Hunde haben so gut wie keine Berührungsängste). Es wird sogar noch besser, wenn Besucher sich vorher nicht durch meine Webseite informieren. 
Ich frage daher des Öfteren aus Neugier nach, ob sie denn nicht auf meiner Webseite waren. Einmal bekam ich die Antwort: “Ja, doch, aber ich dachte nicht, dass die alle bei Ihnen wohnen”. 
Wo soll meine Familie denn sonst sein?
Im ersten Augenblick weiß ich, wer sich informiert hat und wer nur Welpen gucken will.
Ihr seht hier das perfekte Chaos. Ich sehe meine Familie. 
Selbst wenn wir Zeit im Garten verbringen und sich mehrere Spielgruppen bilden, habe ich den Überblick. Wenn sie draußen abgeleint sind, kann ich sie sicher lenken. Ich breche frühzeitig den Hund ab und weiß oft, was sie vorhaben. Die wenige Male wo ich Kleinigkeiten übersehe passieren Einzelhundebesitzer auch; da mach ich mir kein Kopf drum. Wenn man sich die Zeit nimmt, das Rudel kennenzulernen, verschwindet das Chaos eigentlich rasch und wenns bei den Namen kompliziert wird, helfe ich gerne aus.

Und schon sind wir beim nächsten Punkt.
Dieses innige Zusammensein, zusammenleben, bleibt im Hundekopf verankert und das wollen alle meine Lockenwölfe nach dem Auszug auch. 
Hunde sind von Natur aus Familientiere. Wir reden vom Rudel, aber eigentlich ist es eine Familie. 
Zuhause sind die Hunde immer bei mir und ich verlasse das Haus nur ohne Hunde, wenn ich weiß, dass die Hunde, dort wo ich hin will, nicht erlaubt sind. Sonst bin ich immer in 4-beiniger Begleitung. 
                                                                                                                                                                              Hinzu kommt, dass ich ablehne, wenn bei mir die Stimmung kippt. Menschen gegenüber ist das noch okay. Man sagt dann gerne: “Ja, alles gut. Hab schlecht geschlafen. Hab viel zu tun”  oder man geht den Leuten einfach aus dem Weg, wo es halt möglich ist. Hat man es dann erst mal bis zur Bettzeit geschafft, ist ja am nächsten Tag oft alles wieder gut. Man hat halt eben einen schlechten Tag.
Bei den Hunden ist das nicht so einfach mit dem “schön reden”. Sie riechen und spüren den Unterschied. Ablehnen ist da nicht möglich. Wir erinnern uns an Joy.
Gruppenkuscheln auf dem Boden, bis meine Welt wieder in Ordnung ist. Auch wenn ich es manchmal nicht kann und mich durch den Tag kämpfe oder mich dann doch dazu zwingen muss, für mich und mein Rudel ist es der perfekte Weg, daher gehen meine Hunde sowohl ins Gesicht als auch den Händen nach. Wegschubsen bringt nichts. Je mehr ich ablehne, desto inniger werden sie und genau dieser Punkt wird so sehr unterschätzt. Ich habe diese Art der Prägung auch Jahre lang unterschätzt, habe aber immer darauf hingewiesen, dass es hier nur Hackenläufer gibt. Das sie auch ins Gesicht gehen und bitte nicht die Hände hochreißen. All das muss, wenn nicht erwünscht, abtrainiert werden. Aber im Idealfall nimmt man es einfach so hin und freut sich über den Familienzuwachs. Kinder hängen einem doch auch ständig am Rockzipfel. Und auch ich habe immer mal meinen eigenen Privat Space und muss mal um die Ecke gucken, was die Rasselbande so treibt, erst recht wenn es zu leise wird. Es geht nämlich auch in die andere Richtung. Je freier sich die Hunde bewegen, desto stabiler bin ich. 
Hier passt jeder auf jeden auf, eben Familie.

Was noch? Was ist noch wichtig und typisch wir?

Man hat halt einen schlechten Tag.
Jeder Mensch hat mal einen schlechten Tag. Wer nie einen schlechten Tag hat, weiß auch nicht, was ein sehr guter Tag ist.
Ich bin mir sehr sicher, dass auch meine Lockenwölfe mal einen schlechten Tag haben und dass dies nicht durch mich verursacht wird.
Auch sie benötigen viel Ruhe, viel Schlaf, viel Zeit zum Verarbeiten. Wenn das nun fehlt, kann es doch nicht gut gehen.
Auch verarbeiten Hunde Zeitversetzt. Heute ist es stressig (auch positiver Stress muss abgebaut werden!) und/oder gruselig und in ein paar Tagen oder auch nächste Woche macht der Hund dicht, weil er verarbeitet. Problematisch wird es erst, wenn der Mensch immer nur will, und zwar jetzt, sofort, weil es so im Kalender steht, weil ich jetzt was machen will. 
Irgendwann ist auch das für den Hund zu viel und der ach so tolle Familienhund kommt entweder auf dumme Gedanken oder rastet aus. Powertage sind toll und machen Spaß, Ruhetage sind aber auch toll und viel wichtiger. Dort sollte der Schwerpunkt liegen.
Auch hier sind meine Hunde und ich auf einer Wellenlänge. Glück gehabt. Also bitte nicht wundern, wenn meine Lockenwölfe überfordert sind, wenn ihr sie aufpusht. Daran müssen sie sich erst gewöhnen.
Wir sind sicherlich keine Couchpotatoes, aber wir haben auch keinen Kalender im Kopf. 

 

Ergänzug vom 26.08.2026

Von einem Welpeninteressenten habe ich eine KI Hilfestellung erhalten mit der Bitte zu schauen, ob das so in etwa passt. Ich finde die Idee richtig klasse und habe mich sehr gefreut, zu sehen, dass man sich als Hundeanfänger Gedanken macht und vor allem, dass auch um Hilfe bei mir gefragt wurde. Nicht alles, was man im Internet liest, passt auch zu uns. Die KI-Hilfestellung habe ich dann, bezogen auf uns, korrigiert. Vielleicht findet der ein oder andere es ja auch hilfreich. 

 

Die Fünf Sätze
1. Sicherheit vor Erziehung.
Was gefährlich ist, wird verhindert - nicht besprochen. Tür zu, Leine dran, Gitter vor.

Meine Antwort:
Sicherheit und Erziehung gehen Hand in Hand. Man könnte eher sagen, dass es nicht um Erziehung geht, sondern nur um die Sicherheit und daher ist es wichtig, zusammen auch das Gefährliche zu durchleben. Es sollte daher nicht vermieden werden, sondern im sicheren Raum genutzt werden.
Ein Beispiel: Fremde Hunde sind zum Teil immer noch gruselig, also gehen wir regelmäßig dorthin, wo wir auf andere Hunde treffen, so muss sich der Welpe damit beschäftigen, aber er hat ja mich an seiner Seite und zusammen schaffen wir das dann. Mit vielen Wiederholungen, die in Sicherheit und Ruhe enden, bauen wir das Gruselige ab. Wenn ich den Hund 4 Wochen vor gruseligem schütze, wird er rasch überfordert sein, wenn denn dann doch was ist. 
Mit "Tür zu" kann ich so nichts anfangen, aber wenn sich das auf Zuhause bezieht, ist das okey, solange Sie dann mit im selben Raum sind. Auf keinen Fall alleine lassen, wenn er Angst hat. 
"Leine dran" - hier ist das Timing sehr entscheidend. Zu Not die Leute einfach noch nicht abmachen. Wenn es auf eine Sekundenreaktion hinausläuft, kann das Anleinen der letzte Funken sein um die Stimmung kippen zu lassen. Kommt zum Beispiel ein Hund auf der Gassirunde, sollte so früh wie möglich angeleint werden, so dass das Anleinen nicht mit der Situation in Verbindung gebracht werden kann. Und natürlich Ruhe bewahren.

 

2.Weißt du nicht, was richtig ist: eine Sekunde nichts tun.
Nicht jedes Hundeverhalten braucht eine Antwort.

Meine Antwort:
Bitte auf keinen Fall so machen!
Jedes Hundeverhalten braucht eine Antwort. Antworte ich nicht, stimme ich dem Hund zu und er gibt dann den Ton an.
Hunde sind immer in Kontakt und Kommunikation zueinander. 
Eine Sekunde nichts tun zeigt dem Hund, dass ich nicht aufpassen kann, dass er keine Rückmeldung geben muss, da er entscheiden kann, dass ich auf seine Sicherheit angewiesen bin und all das wollen wir ja nicht.
Wir wollen, dass der Hund Rückmeldungen gibt. Wir wollen ja selber entscheiden und wir wollen die nötige Sicherheit vermitteln.
Wenn es zu schnell geht und ich mal kurz nen Plan brauche, wird abgebrochen und gemeinsam gewartet. So verschaffe ich mir Zeit, um den nötigen Überblick zu bekommen. 
Hunde haben kein Ja in ihrer klaren Kommunikation. Nur nein - knurren, bellen, maßregeln, verscheuchen, ausweichen und so weiter. Ein Ja findet man höchstens im Ignorieren. Also alles, was ich ohne Kommentar oder Kommunikation belasse, ist okay, akzeptabel und darf so sein. Da kann man sich sehr schnell Fehlverhalten heranziehen.

 

3. Kann er es nicht, mach es leichter - nicht lauter.
Mehr Abstand, weniger Ablenkung, kürzere Dauer.

Meine Antwort:
Das "Nicht lauter" unterschreibe ich so. In der Ruhe liegt die Kraft.
Aber nun zum Aber.
Wenn ihr in der Situation seid, dann auf keinen Fall den Abstand vergrößern. 
Einfach dort bleiben, wo ihr seid. Der Grund = Er hat ja Angst und er will das nicht und es ist schrecklich und bestimmt stirbt er jetzt (das glaubt er lol) aber du willst ihm die Angst nehmen und Sicherheit geben. Vergrößert du nun den Abstand, weil er es so sagt, stimmst du ihm zu. Also ist wirklich alles so gruselig, wie er es denkt. Einfach in Ruhe stehen bleiben. "Nö, ich habe keine Angst. Ich geh hier nicht weg".
Und auch die Dauer nicht verkürzen. Die Situation muss durchlaufen werden, BIS er wieder zur Ruhe gekommen ist. Alles, was der Hund tut, endet in Sicherheit und Ruhe. Wenn Meidung, Abhauen, Scheu und Stress zur Ruhe führen, wird euch das früher oder später auf die Füße fallen, da er nicht gelernt hat, dir zu vertrauen. Das ist eines der größten Probleme, die ich in der Welpenaufzucht bei anderen sehe. Entweder wird zu früh abgebrochen, weil der Welpe Angst hat oder es wird ganz schnell gemacht, um durch die Situation zu kommen. Beides ist falsch, wenn die Ruhe fehlt. 
Es kann erst weiter gehen im Lernen und verstehen, wenn der Hund im Kopf wieder bei seinem 2-Beiner ist.

 

4. Ruhe ist die wichtigste Übung.
Ein Junghund, der viel schläft, lernt besser und reguliert besser.

Meine Antwort:
Das passt so schon sehr gut, ich möchte nur noch was ergänzen.
JEDER Hund, der viel schläft, lernt besser und reguliert besser. Das hört mit keinem Alter auf. Hunde brauchen recht viel Schlaf und sehr viel Zeit zum Ruhen. ca. 18 bis 20 Stunden am Tag.
Ruhen und Schlafen sollte aber natürlich im Rudel stattfinden, also auch beim Menschen. Wenn der Hund freiwillig sich zurückzieht, darf er das natürlich, wer sich aber unter meinen Stuhl quetschen will, weil ich wieder zu lange am Laptop sitze und schreibe, darf das auch ;-)
Lesen kann ich auch sehr gut auf dem Boden und dann bin ich auch umringt. Hier also bitte das "Wir" ganz groß schreiben xx

 

5. Wir bezahlen, was uns wichtig ist.
Kommen, Abgeben, Stillhalten beim Bürsten, vier Pfoten am Boden. Der Rest darf Alltag sein.

.... hier steh ich voll auf dem Schlauch und weiß nicht, was damit gemeint ist.

 


Die Ampel:
Grün: Meißt gar nichts tun. 

Ist soweit okay, aber trotzdem darauf achten, ob mal doch ein Kontakt vom Hund kommt. Sonst wird aus Grün rasch Rot.

Gelb: JETZT vereinfachen: Abstand, Richtung ändern, Pause
JETZT Ist es schon zu spät! Ihr seid mitten in der gruseligen Situation und da müsst ihr nun durch und zwar gemeinsam.
Vereinfachen ist an sich nicht mehr möglich. Keinen Abstand aufbauen. Nicht die Richtung ändern. Mit einer Pause für Ruhe sorgen und es geht erst weiter, wenn der Hund im Kopf wieder beim Menschen ist. Für den Hund gibt es keine Gelbphase!

Rot: Sofort sichern. Keine Strafe, kein Kommentar.
Eins zu Null für den Hund. 
Sofort sichern, ist jetzt kaum noch möglich und spitzt die Situation nur zu. Keine Strafe ist auch unmöglich, weil alles, was ihr jetzt macht, eine Strafe ist. Kein Kommentar ist auch blöde, denn in solchen Fällen, falls der Hundekopf noch online ist, kann das Abbruchsignal noch funktionieren. Wenn ja, ist der Spuk in nur wenigen Sekunden um.
Der Mensch muss also 1000%ig die innere Ruhe bewahren. Stimme so neutral wie es nur geht, wenn es nicht geht, lieber ruhig sein. Deswegen habe ich auch fast keine Wörter als Kommandos bzw. das Wichtigste, unser Abbruchsignal, ist das AAAAA - das hört sich auch gestresst recht normal an.
Keine Hektik aufkommen lassen und JETZT erst recht aus der Situation rausgehen. JETZT Distanz aufbauen und rasch das Feld räumen. Da ich nun vom Hund weg gehe, stimme ich seinem Verhalten nicht zu. Mit dem Mist will ich nichts zu tun haben. Den Scheiß kannst du alleine machen. Hat er erst mal verstanden, dass der Mensch wirklich weg geht, wird er auf Dauer sich besser regulieren können bzw. mehr auf seinen Menschen achten, so dass es erst gar nicht zur roten Phase kommt. Nur wenn es zu größerer Gefahr kommt, wenn ich weg gehem bleibe ich. Hier muss ich blitzschnell entscheiden können.
Dann noch zum Gefährlichen im Maul. Das ist hier bei uns eher dunkelgrün. Meine Rasselbande zeigt mir, dass sie etwas gefunden haben und ich kann sie dann abbrechen oder sie spielen lassen. Hier hektisch was wegnehmen zu wollen, kann dazu führen, dass der Hund anfängt alles herunter zu schlingen.

 

Eure sechs Wörter:

Rufname des Hundes

Nur als Anrede benutzen. Neutral, monoton und im gleichen Rhythmus benutzen, bis er Antwortet. Augen müssen auf den Hund gerichtet sein, da seine Antwort oft durch kleine Körpersprache kommt und dann geht es weiter in der Unterhaltung.
 
YES
An sich braucht der Hund keine Bestätigung oder Lob. Das ist nur für uns Menschen wichtig ;-)
Mit unserer Ruhe, weiß der Hund, dass alles gut ist.
Vertrauen ist nicht mit Lob oder Leckerlies käuflich und wenn er was für gutes Verhalten bekommt, wird er automatisch bestraft, wenn er es nicht bekommt. Er könnte auch schwieriger im Umgang werden, da das Leckerli vielleicht heute nicht gut genug ist, um den Reiz zu überschreiben. 
Also überlegt euch den Teil mit "Gleich kommt was Gutes" noch mal. Zudem ist es bei der klassischen Konditionierung nicht "gleich" sondern sofort. Punktgenau. Auf die Sekunde. Das Timing ist hier das A und O.
 
HIER
Das kennt er nicht.
Wir haben das Küsschengeräusch um den Radius zu reduzieren. Ich höre erst auf, bis er nah genug ist.
Dann gibt es noch die schnipsende Hand, die er berühren muss.
Oder ich gehe in die Hocke und lade ihn damit ein, zu mir zu kommen.
Ansonsten sage ich einfach nur "Komm", wenn der Hund auf dem Weg zu mir ist.
 

MIT
Das haben wir überhaupt nicht.
Die Hunde folgen mir einfach dorthin, wo ich hingehe. 
Wir haben ein "weiter", das reicht.

AUS
Ich habe ein Recht auf alles was der Hund hat und wenn ich es will, nehme ich es mir. Das AUS kommt bei mir erst in der Sekunde, wie er es los lässt. Das Kommando ist also noch sehr früh im Aufbau. Aber in wie fern soll es sich für den Hund lohnen? Wenn meine Welpen draußen was finden und ich will nicht, dass sie damit spielen, breche ich es mit AAAAAA einfach ab und dann geht es mit einem "weiter" weiter, bis alle wieder folgen. Da gibt es kein Lob, kein Leckerli, kein "es lohnt sich". Sowas ist auch schwer aufzubauen, denn hier besteht das Problem, dass der Hund mal etwas nicht her gibt und es lieber frisst, denn seine Beute ist viel wertvoller als dein Leckerli und wieso soll er tauschen? Hunde kennen von Natur aus kein Tauschgeschäft.

 

Jeden Tag, ohne Ausnahme
1. 1 Minute Fellpflege.
Ihr müsst wirklich von diesem Zeitfenster weg! 
Hunde haben keine solche Uhr im Kopf. Wenn ihr mit dem Bürsten anfangen möchtet, müsst ihr ein Zeitfenster wählen, wo ihr wisst, dass ihr bis zum Schluss durchziehen könnt. Wie bei allen gruseligen Dingen, dürft ihr nämlich erst aufhören, wenn er, während ihr bürstet, zur Ruhe gekommen ist. Eine Minute wird nicht reichen, um sich mit der Situation auseinandersetzen zu können!
Wenn ihr das falsch angeht, wird er ein Problemhund auf dem Tisch.
Besser ist es, dass ihr das Bürsten in einer ruhigen und harmonischen Situation in Ruhe aufhebt. Keine Hektik, kein Stress, einfach aufhören und vielleicht noch etwas kuscheln. Das kann nach 5 Minuten sein, nach 10 Minuten oder nach 20 Minuten!
Ihr könnt ja am nächsten Tag noch weiter machen und so bürstet ihr den Hund über mehrere Tage komplett durch :-)
 
Alleinbleiben üben
Auch hier gibt es keinen magischen Tag, sondern das magische Gefühl der Sicherheit.
Wenn ihr ihn alleine lassen wollt, ist es zudem hilfreich darauf zu achten, dass er recht lange wach war. Hat er nun 1 Stunde geruht, weil ihr mit etwas anderem beschäftigt wart, wird er sicherlich nicht alleine bleiben wollen. Er ist nun wach, das Rudel wird aktiv, jetzt will auch er was machen. Also erst den Hund, ohne ihn aufzupushen, beschäftigen/wachhalten und dann anfangen, ihn alleine zu lassen.
 
Nur ein aufregendes Ereignis pro Tag.
Zu Beginn ja, vollkommen okay. Später darf es aber auch mal richtig turbulent werden. Das halten die Hunde sehr gut aus und macht mitunter auch ihnen Spaß. Das beschäftigt den Kopf. Viel wichtiger ist es, dem Hund die Möglichkeit zu geben, doch einfach zu Ruhen und/oder sich zurückzuziehen und man muss bedenken, dass Hunde zeitversetzt Verarbeiten; das ist auch ein Grund, warum hektische Tage okay sind. Wir müssen halt später eine Pause mit einplanen.
 
Der Satz an der Tür:
Ja und Nein.
Wenn der Hund mit zur Tür darf, dann kann man auch einfach mit einer Leine arbeiten, wenn der Hund sich nicht regulieren kann. 
Wenn zu viele falsche Videos im Kopf sind, wird das sonst rasch zu einem Spießrutenlauf für alle. 
Mein Maui ist zum Beispiel ein solches Exemplar. Mit der Leine fährt er aber gar nicht erst so extrem hoch.
Orlando hat ja hier schon viel erlebt und bei uns ist es ja eher so, dass wer freiwillig kommt, darf gestreichelt werden, halt in Ruhe.
Orlando bewegt sich ja draußen auch frei und offen und geht da gerne zu Leuten und auch zu Kindern hin (Draußen kann ich ihn mit "weiter" lenken, aber wenn wir ins Gespräch kommen ist er gerne zum Kuscheln bereit). Wenn das Verhalten unerwünscht ist, sollte er an der Tür wirklich angeleint werden, bis die Regeln neu gesetzt sind.
 
 

Wenn Etwas nicht klappt
Fast immer ist die richtige Antwort WENIGER, nicht mehr. Weniger Reize, weniger Dauer, weniger Ablenkung, weniger Worte.

Meine Antwort:
Wenn etwas nicht klappt (wir reden hier nicht vom Tricktraining lol), dann liegt dies an fehlender Sicherheit und an fehlender Erfahrung. Der Hund hat noch nicht das passende Video im Kopf mit dem passenden Weg, der zur inneren Ruhe führt.

Weniger Reize:
Die können wir draußen leider nicht beeinflussen. Also, Augen zu und durch. Was wir jedoch sehr wohl machen können, ist Zuhause Wörter und/oder Signale üben, die dann draußen besser greifen. Wir lernen Zuhause und nehmen es mit in die Welt.
Weniger Dauer:
Nein! Mehr Zeit. VIEL MEHR ZEIT. Bis alles wieder zur Ruhe gekommen ist. Ihr werdet die Situationen einfach aussitzen. 
Weniger Ablenkung:
Die größte Ablenkung sind die Leckerlies, da diese den Blickwinkel des Hundes auf die Situation verändern und dann geht nichts mehr oder es wird falsch gespeichert. Es kann nicht in andere Situationen übertragen werden und es kann mit jedem Mal schlimmer werden, da der Hund noch mehr Leckerlies will. 

Weniger Worte:
Ja genau. Nur das sagen, was er wirklich kann und nur dann, wenn er wieder bei euch ist. Ein "Weiter" also nur benutzen, wenn er sein Verhalten geändert hat , zum Positiven, und ihr denkt, es könnte klappen. Dann einmal sagen und ihn durch Körpersprache einladen mit euch zu gehen. Wenn es nicht funktioniert, warten. NICHT sofort ein zweites Mal probieren. Gibt ihn noch ein Moment und fragt dann wieder nach.

Noch ein Schlusswort:
Wenn ihr in einer gruseligen Situation seid und er macht etwas, was er nicht darf, müsst ihr auch dieses Verhalten abbrechen. Er darf Angst haben, unsicher sein, sich hinter euch verstecken wollen. All das ist absolut okay und sagt nichts über ihn als guter oder schlechter Hund aus. Es zeigt nur, dass er jetzt überfordert ist und nicht kann. Mit vielen Erfahrungen hört das auf. 
Aber meine Welpen dürfen weder panisch nach hinten in die Leine rennen, noch nach vorne preschen, noch mit bellen. Das geht nicht. Das erlaube ich nicht und das breche ich ab. Zur Not wird das ausdiskutiert. lol Lana kann das zur Zeit sehr gut mit mir.
Sobald der Welpe das Fehlverhalten eingestellt hat, hat er den Blick offen für das Wichtigste und das ist das Problem vor ihm und die Lösung, die neben ihm steht. Flucht und Angriff dürfen keine Lösung sein. 

 

 

Ich und Zucht

 
Ich und Zucht. Na toll. Dann wollen wir es mal versuchen.
Mittlerweile hat sich doch arg viel aufgebaut, was "stört". Das war vorher nicht da. 
Es war halt so und gut. Aber nun bekomme ich es nicht mehr aus dem Kopf. Und jetzt stört es und es stört noch viel mehr, zu wissen, dass es wirklich so ist, dass es so bleibt und dass nichts geändert wird.
Dieses "wir ändern nichts, das haben wir schon immer so gemacht", bleibt einfach. Oder vielleicht auch nicht. Ein Versuch ist es wert.
 
Jeder tut es dem anderen gleich. Keiner traut sich den ersten Schritt zu machen. Jeder fährt blind auf seiner Schiene und rund 99% von Gesetzesänderungen verschlimmern alles, da keiner nachdenkt, keiner prüft und jeder will "besser" sein als der andere. Wenn es vom Gesetz so vorgegeben wird, muss es je stimmen. ..... Muss es das wirklich? Wie wollen Menschen Gesetze schreiben, wenn sie kein Wissen haben? Wer prüft dies? Jemand der noch weniger Wissen hat?! Aber um das klarzustellen, es betrifft nicht nur Hundehaltung und Zucht. Diesen ganzen Gesetzesscheiß gibt es noch in 2 weiteren, noch viel wichtigeren Bereichen, und da tut sich auch nichts. Alle haben Angst vor Veränderungen und keiner will sich den Fehler eingestehen. Aber etwas zu verändern bedeutet nicht, dass wir einen Fehler mit Absicht begangen haben. Es zeigt nur, dass wir es vorher nicht besser wussten und nun bereit sind, das Nötigste zu tun, um Dinge zu ändern. Um besser zu werden. Die Leidtragen unseres Versagens sind nicht nur die Tiere, sondern, durch die anderen Bereiche, die Kinder (der dritte Punkt bleibt im Kopf).
 
Meine Hunde sind ganz bestimmt kein special interest. Zumindest hoffe ich das, aber ich weiß auch, dass es nicht schlimm ist, wenn es so wäre.
Dann ist es eben so, Familie bleiben wir trotzdem. 
Eine Kleinigkeit im Kopf, die gestört hat und mich lange von vielem abgehalten hat. Jetzt nicht mehr. Jetzt ist es mir wieder egal, was andere von mir denken. Ob sie über mich reden oder nicht. Und hey, wenn sie über mich reden, könnte es vielleicht da draußen jemanden geben, der es schafft, seinen Blickwinkel zu ändern, mutig zu sein für den ersten Schritt.
Wir brauchen kein Leuchtfeuer, um gesehen zu werden.
Wir brauchen einen Steppenbrand um Viele zu erreichen und dort ist dann Raum um Neues zu schaffen. 
 
Dass Zucht, Genetik, Verhalten, das Miteinander, die Gesetze zu meinen special interest gehören, unterschreibe ich sofort. 
Es gibt 2 wichtige Wege, wie ich über diese Themen rede.
1. Um Wissen zu verbreiten.
2. Um Wissen zu bekommen.
Also entweder erkläre ich dir die Welt oder du erklärt sie mir. Ist doch ganz einfach. So baut man Gespräche auf. So tauscht man sein Wissen aus. So sortiert man Gedanken.
Das ist ganz einfach und normal; für mich. 
Schwer, nein, sogar anstrengend, wird es erst, wenn ich mich mit Leuten unterhalten muss, die keine Ahnung haben und/oder davon überzeugt sind, dass sie richtig liegen. Ihr nennt sowas diskutieren, das letzte Wort haben, dagegen babbeln. Ich nenne es "so nicht". Wenn ich es wirklich schaffe, das bis zum Schluss durchzuziehen, läuft es immer auf dasselbe hinaus. Es wird immer nach Quellenangaben, also Beweise gefragt und/oder die Anderen werden persönlich. Sie greifen verbal an. Auch werden dann, wohl als letzter Versuch, doch das letzte Wort zu haben, Sachen gesagt, die aus der Luft gegriffen werden, komplett am Thema vorbei sind oder einfach widersprüchlich in sich selbst sind. "Das hat die Person doch nicht wirklich gesagt, oder!?" Doch haben sie und spätestens dann weiß man, die sind wirklich so dumm! Ganz schlimm ist dieses Verhalten bei Menschen, die Berufsgruppen angehören, die per Gesetzt keine Saktionen auf Grund von Fehlern zu erwarten haben. Den Scheiß wissen die nämlich ganz genau und wer auch immer die Gesetzt geschrieben hat, hat nicht nachgedacht. Wir brauchen klügere Köpfe. Nicht mehr und auch nicht lautere, sondern klügere.
"Da komme ich nicht gegen an".
 
Ich komme gegen vieles nicht an. Ich mache dann nichts mehr. Und dieses Nichts wird als Zustimmung und/oder Akzeptanz gewertet. Dass dies aber eher auf Hilflosigkeit beruht, verstehen nicht viele. 
In der Zucht ist das ein Spiel mit dem Feuer, denn hier bin ich meistens alleine und mache was ich will. Nein, ich mache was wir - die Lockenwölfe und ich - wollen. Ich bin weder für die Dummheit der anderen Verantwortlichen noch für die starre und sture Denkweise.
Ihr könnt mein Denken und Empfinden nicht ändern und ich eures nicht. Aber Hund bleibt Hund. 
Das ist halt so. Ich weiß das. Ich erkläre daher sehr gerne. Ich rede gerne und viel und versuche so viel Wissen zu vermitteln wie möglich. Irgendwann macht es bestimmt "klick". Dieses übermäßige Reden hört erst auf, wenn ich entweder jemandem zuhören kann, der mehr weiß als ich, oder wenn es, durch zu viel Irrationales vom Gesprächspartner, bei mir zum overload kommt (jetzt weiß ich, was das ist lol); dann will auch ich nicht mehr. Ansonsten müsst ihr sagen, wenn ihr auch reden wollt ;-) Einige kennen das schon.
Das Ganze führte und führt immer noch zu 2 Hauptproblemen. Das war schon immer so und hat sich mit einer schönen Regelmäßigkeit wiederholt. Jetzt weiß ich wieso und habe es verstanden. Ich kann meinen Teil des "Fehlers" verbessern bzw. erklären, damit es nicht so schwer wird. Aber leider ist dies eine Hausaufgabe, die von beiden Seiten gemacht werden muss und wenn die andere Seite es nicht kann oder nicht will, verliere ich meinen Gesprächspartner. Für mich, augenscheinlich, Grundlos. Es war ja nichts passiert. Das ist echt scheiße. Das bekommen wir doch bestimmt besser hin?
 
Ich nehme super gerne die Funktion des Mentors ein. Das habe ich unzählige Male in der Vergangenheit gemacht. Zur Zeit eher nicht und wenn nur in Bezug auf Käufer. Ich denke, dass das für mich zur Zeit auch reicht. Wer was wissen will, kann ja auch erst mal mitlesen, lernen und seine Hausaufgaben selber machen.
Unser Denken ist anders. Wir reden und denken aneinander vorbei.
Ich bin sehr faktisch unterwegs und beantworte auch so eure Fragen. Persönliches hat hier nichts zu suchen.
Wenn ich mal was aus eigener Erfahrung hinzuziehen muss, da ich sonst keine guten Quellen habe, kommuniziere ich dies deutlich.
Irgendwann kommt es aber immer zu persönlichen Fragen.
Ich habe faktisch alle Fragen beantwortet, die zum Beispiel ein anderer Züchter hatte. Ich habe das ganze Chaos entwirrt und wir sind alles durchgegangen.
Dann kommt oft "Wie oder was würdest du machen?".
Das ist pauschal nicht schlimm und auch darauf antworte ich. Oftmals leider anders als das, was wir besprochen haben. 
Wenn wichtige Fragen, wichtige Informationen oder wichtige Warums nicht geklärt wurden, da dieses für die andere Person nicht wichtig erschienen, kommt es immer wieder vor, dass meine persönliche Meinung nicht die ist, die erwartet war und nicht 100% mit unseren Gespräch übereinstimmt. 
Warum ist das so?
Weil es in dem Gespräch nur um die Fakten ging. Ich habe nicht das Rad neu erfunden, sondern dir nur erklärt, wie es rollt.
Nun willst du meine persönliche Meinung haben, aber hier greife ich auf weitaus mehr Informationen zu als das, was wir besprochen haben.  
Oftmals reichen die paar Puzzleteile von euch nicht aus, damit es für mich passt. Ich kenne die Vergangenheit, ich weiß wo ich bin und ich weiß wo ich hin will. Oftmals gehe ich Umwege, um weiterzukommen. Ich denke in Jahre, in Generationen. 
Meine Antworten waren immer richtig. Nichts von dem war gelogen und ich habe es euch nicht schwerer gemacht. Ich habe nur das große Glück, meine persönliche Meinung davon trennen zu können und einfach nur bei den Fakten zu bleiben. Euch Wissen zu vermitteln und euch die Welt zu erklären. 
Dass ich eventuell dann doch Dinge anders mache, liegt sowohl an meiner Natur als auch an meinem Denken und natürlich auch an euren Fragen, wo ich euch weiter helfen wollte.
Ihr schafft es aber oft nicht, das Persönliche außen vor zu behalten und wertet daher vieles von mir als Lüge oder Angriff gegen euch, was aber nicht stimmt. 
Zumal gehen solche Gespräche oft über einen sehr langen Zeitraum. Ihr habt nicht viel verstanden oder gelernt und viel schlimmer, vieles schon wieder vergessen. Von euch (in allen Bereichen) kommt dann gerne "Das hab ich nicht gesagt", "Da kann ich mich nicht dran erinnern", "Das stimmt nicht", "Das hab ich so nicht gemeint" oder ihr bleibt sturr und so weiter ....
Bei mir ist aber noch so gut wie alles vorhanden! 
Wenn das alles schriftlich geschehen ist, ist das nicht weiter tragisch. Ihr bekommt dann von mir gerne mal eine Erinnerung, in welcher E-Mail ihr das nachlesen könnt. Wenn aber alles mündlich ist, haben wir ein Problem.
Ihr denkt, ich habe euch belogen. Ich war nicht ehrlich. Ich bin gehässig.
Ich denke, toll, das war wohl nichts. Da ist nichts hängen geblieben. Dann eben nicht.
 
Jeder darf seine eigene Meinung haben.
Eine eigene Meinung zu haben, bedeutet aber nicht automatisch, dass diese halt richtig ist. 
Ich wettere nicht gegen euch als Person, sondern gegen eure Meinung. Sie ist falsch und entspricht nicht den Fakten.
 
Hier müssen beide Seiten ihre Hausaufgaben machen.
Ich muss vorsichtiger mit euch umgehen und ihr behutsamer mit mir.
Wenn ihr eure Fragen falsch stellt, ich dies nicht bemerke, bekommt ihr trotzdem 1000%tig die richtige Antwort; sie passt halt nicht zu dem was ihr eigentlich meint. Gedanken lesen kann ich nicht! 
Stellt keine blöden Fragen, dann bekommt ihr auch keine blöden Antworten.
Zum Glück ist das nun etwas, worüber ich lachen kann (solange ich dadurch nicht in große Schwierigkeiten gerate!) und ich habe auch meinen Spaß daran. Cool! Es ist schon wieder passiert. Ich kann mich stundenlang damit dann im Anschluss beschäftigen, um Fragen zu kreieren, die mein Gesprächspartner hätte nutzen können, um seine Frage, beim ersten Versuch, richtig zu stellen. Ich weiß, auch nicht gerade das cleverste, aber ich machs trotzdem; im Kopf, das bekommt ja keiner mit ;-)
   (Meine Art der Fragen ist anders. Aber das gehört in den Autisustext und nicht hier hin. Ich werde das, wenn ich Zeit habe, noch ergänzen, denn ich finde das echt witzig) 
 
Es hat mich all die Jahre nicht gestört ständig aufs Neue zu erklären. Gespräche neu aufzubauen. Wieder Genetik und Co für euch zu entwirren, obwohl ihr es doch endlich selber machen müsstet. Lernt ihr nichts? Es war für mich ganz normal euch zu helfen, wenn ihr es nicht könnt.
So macht man es doch? So sollte es doch sein?
Und da möchte ich wieder hin!
 
Mein Teilzeitblond ist schon von Anfang an ein Teil von mir. In der Schule war das oft ein Problem. Klassenarbeiten und Teilzeitblond sollten nicht auf denselben Tag fallen; das nimmt kein gutes Ende :-/
Hat keiner gewusst. Hat keiner drauf geachtet. Es war halt einfach so. Pech.
Wenn ihr nun mit Fragen ankommt, bekommt ihr auch eine Antwort. Ich kann euch helfen, warum sollte ich dies nicht tun. Wenn ich es nicht weiß, sage ich dies auch ganz klar und deutlich. Ich bin auch oft auf Hilfe angewiesen! Also alles gut.
Es ist nicht wichtig, dass alle alles wissen. Wenn es einer weiß und der Rest darauf aufbaut, reicht es oft. Der Punkt ist, dass ihr nicht blind folgen dürft.
Ich bin immer davon ausgegangen, dass ihr euch, wenn euer "Teilteizblond" um ist, damit beschäftigt. Das ihr euch Gedanken macht. Es lernt. Darüber redet und euch austauscht. Meine Aussagen prüft, abgleicht und .... ja, .... es dann versteht und lernt. So wie ich es auch mache.
Ich ändere ständig meine Meinung.
Ich bin damit groß geworden, dass es negativ/nicht richtig ist, seine Meinung zu ändern. Ständig. Von jetzt auf gleich. Grundlos.
Das ist etwas, was mich schon von Klein an begleitet hat und was ich durch mein Umfeld gelernt habe. Verstanden habe ich es aber nie. Es war mir aber, zum Glück, egal. 
Natürlich ändere ich ständig meine Meinung.
Ich prüfe was ich höre und sehe und ich prüfe mich selbst. Ich gewinne an Erfahrung und Wissen. Wie kann ich damit in der Vergangenheit bleiben? Ich muss doch meine Meinung meinem Wissensstand anpassen und das geschah halt schon von klein an. Ihr habt eure Meinung und ich meine. Wenn eure falsch ist, will ich sie nicht. Wenn meine falsch ist, ändere ich sie.
Das ganze passiert natürlich von jetzt auf gleich. Jetzt weiß ich es besser und ich übernehme es sofort. Warum nicht. Wieso sollte ich warten? Auf was soll ich warten? Ich weiß es doch schon. Wenn ich von jetzt auf gleich meine Meinung ändern kann, hat in meinem Kopf die Veränderung ja schon stattgefunden. Ich habe keine Angst mehr. Es passt alles. Dann eben so.
Grundlos?! NEIN! Auf keinen Fall Grundlos. Ich habe mich ja damit beschäftigt. Ich habe alles geprüft. Ich habe nichts Besseres gefunden und alle Fehler herausgearbeitet. Ich bin im Kopf fertig. Es kann Grundlos wirken, da ich meine Meinung änder, was sich auf etwas bezieht, was eventuell vor Monaten stattgefunden hat. Es ist mitunter stark Zeitversetzt (alleine komme ich oft nicht schell voran) aber es ist nicht Grundlos. Für die Anderen ist es halt von jetzt auf gleich, weil das Zeitfenster nicht gesehen wird. Es kann nicht gesehen werden, da dies Kopfarbeit ist. Da kann keiner rein schauen und ich sag es auch nicht. 
Und wenn ich Fehler finde oder etwas besseres erfahre oder mich irre, werde ich meine Meinung wieder anpassen. So wie immer. Das ist eine Eigenschaft, die nicht weg muss und wo ich froh bin, so zu sein wie ich bin. Ich bin kein Ja-Sager.
Aber das geschieht bei euch oft nicht. 
Ihr redet und redet, aber kommt nicht voran. Keiner traut sich den ersten Schritt zu machen. Kaum einer versteht es und das große Ganze wird missachtet. Es ändert sich nichts.
Über die Jahrzehnte habe ich unzählige Gespräche mit Welpeninteressenten geführt. 
Ich weiß sehr gut, bei wem es vertane Mühe war.
Wer eine ausführliche E-Mail benötigt, zur Verständigung.
Wer mir gedanklich folgen kann.
Alles für mich kein Problem. Das ist halt so. Wir sind ja alle unterschiedlich.
Aber was immer für Unruhe in mir sorgt, ist die Frage "Warum machen die anderen Züchter das nicht?".
Und nach einer so langen Einleitung ist das der Punkt, wo ich am Besten den züchterischen Teil aufbauen kann.
Was sind die Dinge, wo Welpeninteressenten mich fragen, warum es die anderen Züchter nicht machen?
 
 
Die Fragen und/oder Bemerkungen sind unsortiert und ich liste sie nur auf, wie sie in meinen Kopf kommen. So lässt es sich später auch besser ergänzen.
 
 
FARBZUCHT:
Dies ist ein sehr beliebter Angriffspunkt, der schon von Anfang an da war!
Meine Zucht ist sehr bunt. Mal mehr und mal weniger bunt. Ich ziehe bestimmte Farben über die Generation rezessiv mit, bis alles wieder passt und dann wird es mitunter bunter als vorher, ohne auf die Gesundheit und den Charakter zu verzichten.
So kann ich ALLES haben. Ich muss auf nichts verzichten. Ist das jetzt clever oder egoistisch?
Beides trifft zu.
Ich bin clever genug, um zu wissen, wie ich alles haben kann.
Ich hatte aber auch das große Glück, mich mit Vererbungslehre und Farben sehr früh beschäftigt zu haben. Ich wusste ja schon das WIE, bevor ich überhaupt meinen ersten Hund hatte. 
Als ich dann mit der Zucht anfing waren die DNA Tests auf Farbe ja schon fast alle da. Auf Testpaarungen und Daumen drücken konnte ich verzichten. Wenn ich Farben mische ist die erste Generation ja sehr einfach. Ab der zweiten Generation, wenn die Farbe recessiv versteckt ist, kommt man ohne Testpaarung oder DNA Test nicht weiter. Testpaarungen in der Hundezucht sind blöde, da es zu lange dauert. Dann eben DNA Kontrolle.
So kann man rasch sehen welcher Welpe die Farbe genetisch trägt um sie dann in späteren Generationen wieder sichtbar werden zu lassen. Sie sind nicht weg, wir können sie zur Zeit nur nicht sehen. Bei nur ein oder zwei Farbgenen ist das ganz einfach. Da gibt es immer ein paar Welpen im Wurf die den gewünschten Farbcode haben und von denen sucht man den besten Charakter und dann schaut man auf die Qualität. Die Gesundheit kann ich in meiner Zucht, bei den Welpen, fast immer außen vor lassen. Die Paarung hätte nicht stattgefunden, wenn ich, aus gesundheitlichen Gründen, nicht blind einen Welpen behalten könnte! 
Die Qualität der Welpen sollte schon gut sein, muss aber, für mich, nicht perfekt sein. 
Qualität bedeutet nicht gleich Gesund.
Gesund bedeutet nicht gleich Qualität.
Bitte verwechselt dies nicht.
Also auf Gesundheit muss ich nicht allzu sehr achten.
Qualität kann ich in Folgegenerationen wieder aufbauen.
Bleibt nur noch Charakter und Farbe.
Ein Welpe, der nicht die Farbe hat oder trägt, die ich möchte, der aber charakterlich zu mir passt, eben "mein Welpe", bleibt mitunter bei mir und wir versuchen es in der nächsten Generation mit der Farbe noch mal.
Ein Welpe, der die Farbe hat, die ich möchte, charakterlich aber nicht zu mir passt, bleibt NICHT. Das schöne: Je länger der Welpe bei mir ist, desto mehr passen wir zusammen auch ist meine Zucht nun schon so weit aufgebaut, dass fasst alle Welpen passen. Ich suche halt den Besten.
Also, Farbzucht ja, aber mit Sinn und Verstand.
Wie lässt sich das nun auf andere Züchter übertragen?
Ganz einfach!
Jede Pudelzucht ist eine FARBZUCHT.
Wenn ihr zu einem Pudelzüchter geht, der schwarze Pü´s züchtet, züchtet er auf Schwarz. Ein Züchter, der braune Pü´s züchtet, züchtet auf Braun und so weiter. Jeder Pudelzüchter hat eine Farbzucht und vieles wird/wurde von Zuchtvereinen sogar vorgeschrieben. Um die Farben rein zu halten, also die Farbzucht noch mehr zu kontrollieren, darf/durfte man bestimmte Farben nur mit bestimmten Farben verpaaren. Mischen war nicht, oder ist nicht, erlaubt (in diesen Punkt muss man die Zuchtordnung des Vereines mal durchgehen um zu schauen welche Farben gemischt werden dürfen).  
Wir machen also alle das Selbe. 
Ich züchte eben auf Bunt und kann quasi alles mischen und somit ist es nicht verwunderlich das es hier recht bunt zu sich geht, dass ich schon seit über 10 Jahren an der genetischen Vielfallt arbeite und auf genetische Inzucht verzichte. (Ein Stammbaum schützt nicht vor Inzucht, da komme ich aber noch drauf zurück).
Ich kann das. Ich weiß wie. Und ich nutze meim Wissen, um auf nichts verzichten zu müssen.
Also, wenn ein Züchter, oder Liebhaber oder sonst wer über Farbzucht schimpft, hat die Person vergessen, seine Hausaufgaben zu machen ;-)
In Bezug auf Züchter ist dieses Theater sogar noch viel schlimmer. Wenn die Züchter nicht einmal die einfache Welt der Farben beim Pudel kennen und können, wie wollen die dann komplexere Themen wie Gesundheit erarbeiten?
Ein Tipp an Welpeninteressenten:
Macht eure Hausaufgaben in Bezug auf Farbgenetik oder prüft die Aussagen des Züchters.
Wenn in diesem einfachen Wissensfeld Information fehlt oder falsch ist, kann es in den anderen, viel wichtigeren Bereichen nicht viel besser aussehen!
Leider funktioniert es nicht im Umkehrschluss! Ein Züchter, der hier top fit ist, kann trotzdem in den anderen Bereichen fehlerhaft sein. Es dient also lediglich der Vorsortierung.
 
 INTERVARIETY PUDEL:
Wenn es gut ist, Kleinpudel mit in die Großpudelzucht zu nehmen, um die genetische Vielfalt zu verbessern, warum machen es dann nicht die anderen Züchter?
Ich liebe es, wenn wir hier ankommen. Das ist sowas von mega cool und so total ich. Jetzt liebe ich es sogar noch mehr als vorher.
Also. Haltet euch fest! 
Sie tun es und haben es schon immer getan! 
Schon bevor ich es gemacht habe. Und das in fast ALLEN deutschen Zuchtvereinen. 
Und jetzt der witzige Punkt: 
Keiner sagt es! Keiner - oder kaum einer - gibt es öffentlich zu, dass er einen Kleinpudel mit einem Großpudel verpaart hat und da es schon seit etlichen Jahren nicht mehr gängig ist, eine Webseite zu führen, kann man nicht mehr nachvollziehen, oder nur sehr schwer, welcher Züchter was wann gemacht hat. 
Shitstorms auf FB zeigten immer wieder, wie wenig Ahnung die Züchter von der Sache und voneinander haben ;-) 
Ich kann es aber trotzdem noch nachvollziehen ;-) Inserate, kurzweilige Webseiten, Wurfmeldungen ect. Ich weiß wer was gemacht hat. Schon cool, wenn man sein special interest für sowas nutzen kann. 
Mittlerweile gibt es andere Inserate von Intervariety Pudel. Mit denen habe ich aber nichts zu tun!
Wenn bei mir was wegfällt, liegt dies an zuviel Stress. Sobald der vorbei ist, kommen meine Eigenschaften wieder(dass es so ist, wusste ich, aber ich wusste nicht warum lol).  Es ist nicht weg, ich kann halt nur nicht. Wenn etwas wegfällt und weg bleibt, habe ich es durch etwas besseres ersetzt.
In der Züchterwelt fallen gut geführte Webseiten weg, werden aber durch nichts besseres ersetzt. Warum seid ihr so gestresst?
Wie funktioniert das mit der Mischung der Größen, wenn keiner darüber spricht, es aber offiziell erlaubt ist?
Hier muss man sich etwas mit der Zuchttauglichkeit auskennen und das tun die meisten Welpenkäufer nicht und somit fällt es kaum oder gar nicht auf.
Um mit dem Hunden im Verein züchten zu können, müssen sie zuchttauglich geschrieben werden. Ein Teil davon ist, die Größe des Hundes zu bestimmen.
Ein Kleinpudel hat eine Größe von maximal 45cm.
Bei Kleinpudellinien, die im Endmaß sind, also so ca. 41cm bis 45cm, kommt es immer wieder mal vor, dass Rüden 46cm oder sogar 47cm groß werden.
Ab 46cm spricht man aber von einem Großpudel.
Diese Kleinpudelrüden, die ja zu groß geworden sind, sind aus dem Maß gewachsen und werden durch die Zuchttauglichkeitsprüfung dann als Großpudel eingetragen und umgeschrieben.
Dieser Kleinpudel ist dann ein Großpudel - laut Papier.
Verpaart man diesen Rüden dann mit einer Großpudelhündin, hat man einen Intervariety Wurf der laut Paper ein Großpudel Wurf ist. Fällt nicht auf.
Ich habe das Wort "Intervariety" von amerikanischen Zuchten (die sind viel weiter als die deutschen Züchter) übernommen, um klar zu zeigen, dass es sich hier um eine Kreuzung handelt. Wer was wissen will, kann fragen oder seine Hausaufgaben machen. 
Dem Kind einen passenden Namen zu geben ist nicht arrogant oder ein Modetrend. Ich hatte halt nur nicht das Bedürfnis, mich hinter einem großen Kleinpudel zu verstecken.
Also, die Größen werden und wurden schon immer gekreuzt und ist heute sogar noch eine gängige Praxis in der Zucht von Toy/Zwerg Pudel und von Zwerg/Klein Pudel.
Das Wichtigste:
Ab der 2. Generation, wenn es wieder zurück in die Großpudelzucht geht, kommt man um BetterBred nicht umher, da wir einen Pudel der zu 50% Großpudel ist mit einem Pudel verpaaren der zu mindestens 50% eventuell sogar zu 100% Großpudel ist und dieser Anteil muss halt passen.
Die erste Generation ist schwachsinnig, wenn wir unachtsam mit der nächsten Generation umgehen!
 
 
FAMILIENZUCHT:
Wie machst du das mit einem solchen Rudel?
Die Antwort liegt doch schon in eurer Frage!
Ihr seht ein Rudel.
Ich sehe Familie.
Hunde leben in einer Familie und NICHT in einem Rudel.
Alleine schon dadurch, dass ihr das Wort Rudel benutzt, distanziert ihr euch schon von dem Gedanken, sie als Familie anzusehen.
In Anzeigen liest man gerne:
"Die Hunde/Welpen leben mit uns als vollwertige Familienmitglieder."
Ich mag diese Aussage überhaupt nicht. Sind sie nun Familie oder werden sie nur geduldet?
Meine Schwester ist meine Familie. Sie ist kein vollwertiges Familienmitglied. Versteht ihr, was ich meine.
Zudem kommt noch gaaaaaaaanz ganz viel Vertrauen. Vertrauen in das wir. Ich gehöre nämlich auch zu deren Familie. 
Den Rest habe ich aus Oma´s Zeiten mitbekommen. "Lass nur, die wissen, was sie tun". Auch eine schöne und wichtige Art Vertrauen aufzubauen.
Auch dort wurden, zu meiner Kinderzeit, die Welpen ganz normal im Rudel geboren und im Wohnzimmer aufgezogen. Erst als sie mobil wurden, wurde die Aufzucht anders, aber das habe ich nicht übernommen. Es gab keinen Stress oder Streit unter den Hunden. Die Hundemama hat gesagt, welcher Hund an das Körbchen darf und wer nicht. Perfekt. Auch Welpen gehören nämlich zur Familie.
Der Rest ist Vertrauen und Sicherheit. Ohne dieses geht es nicht. Das ist für mich selber so wichtig, dass ich es den Hunden nicht vorenthalten kann. 
Wie kann ich den Hunden abverlangen, mir zu vertrauen, wenn ich nicht auf sie aufpasse.
Wenn ich aufpasse, kommt Vertrauen von ganz alleine.
Der Rest ist etwas schwieriger für mich zu schreiben. 
Es sind meine autistischen Eigenschaften, die dafür sorgen, dass wir so leben dürfen, wie wir es tun. Und das schon immer.
Ihr müsst alles lernen und dann auch noch verstehen, um es dann eventuell etwas umsetzen zu können und wenn dann noch falsche Gesetze sich einmischen, ist das Chaos perfekt.
Bei mir, bei uns, ist es einfach da. Ich mache nichts extra. Es ist einfach da. Wenn doch mal etwas stört, sorge ich dafür, dass das aufhört. Dann haben wir alle wieder Ruhe.
Wir leben als Familie, aber ich vermenschliche meine Hunde nicht. Wir leben zusammen, gemeinsam in unterschiedlichen Welten und wollen doch dasselbe gemeinsam.
Meine Art des Denkens, meine Gefühle, mein Naturell, das Chaos in mir, was ausgelöst wird, wenn etwas nicht stimmt oder passt, sind die Eigenschaften, die die Hunde brauchen, um sich sicher zu fühlen und mit ihrer Sicherheit kommt meine Ruhe. Wir helfen uns gegenseitig in Balance zu bleiben, ohne aneinander vorbei zu leben
Ich habe es noch nie verstanden, warum andere Züchter oder auch Hundehalter es nicht auch so machen. Warum wollen sie das nicht? Das ist doch schön.
Warum wollen die kein "wir"? 
Jetzt verstehe ich es.
Es gibt bestimmt zig tausende Hundehalter und auch hoffentlich Züchter, die genau wissen, wovon ich rede. Dieses Etwas, was wächst und gedeiht. Es ist einfach da. Man begegnet sich auf Augenhöhe und weiß dennoch, dass man in Hundeaugen schaut und dann bleibt die Zeit stehen.
Die meisten Menschen haben das aber nicht. Sie sehen es, mit ein paar Besuchen erleben sie es, aber es ist schwer für sie zu begreifen, wie das so geht und ich konnte es nie erklären. Es ist ja einfach da. Wir machen nichts. Wir leben einfach.
Die anderen begreifen nicht, wie das funktioniert.
Ich begreife nicht, wie es ohne geht.
Ihr müsst alles lernen und verstehen. Ihr braucht dafür die richtigen Informationen und dann, wenn ihr das alles habt, müsst ihr an eurer Änderung hart arbeiten.
Ich mache gar nichts. Ich stelle mich höchstens stur: "Ja, aber nicht so".
Es werden die Hundeschulen abgeklappert. Fachbücher gelesen. Trainingsmethoden ausprobiert. Erfahrungen ausgetauscht. Das Internet durchforscht und KI gefragt - aber gefühlt 95% sind am Thema vorbei. Natürlich habe ich auch vieles ausprobiert. Aber da, wo ich wie die anderen gemacht habe - steht ja so in Büchern, hat der Hundetrainer gesagt - wurde es rasch blöde. Ich habe auch einiges von anderen Züchtern übernommen, nur um vieles davon wieder zu verwerfen, da es nicht zu uns passt. So nicht. Im normalen Leben, im Miteinander, im Alltag waren wir aber schon immer wir - die Hunde und ich - und da war immer alles gut <3
Selbst wenn ich all mein Wissen mit euch teile (mach ich gerne, ihr müsst nur zuhören lol), fällt es euch immer noch schwer mir zu folgen oder gar das aufzubauen was ich hier habe.
Meine Welpen/Halbstarken/Hunde kennen es nur so. All die Information ist in ihrem Kopf und nichts ist weg oder geht verloren. Wenn, nach einem Auszug, ihre kleine Welt wieder heil ist, können sie auf alles wieder zugreifen und sie können dann zeigen, was sie hier erlebt haben. Aber dafür brauchen sie Sicherheit, Vertrauen und Ruhe. 
Also, für die Zukunft.
Es wird für euch, für die, die  nicht so sind wie ich, leichter werden, wenn ihr intensiv über Autismus lernt und intensiv über das Naturell des Hundes (nicht den Teil der in Verbindung mit klassischer Konditionierung steht!) lernt.
Wenn ihr beides wirklich verstanden habt und vereint, wird es klappen.
Es wird erst scheiße, da ihr mitunter irre viel lernen müsst, aber dann wird es gut.
Schon vor über einem Jahr (Zeit vergeht viel zu schnell) hatte ich den Gedanken, Autismus und Hund in einer Tabelle gegenüberzustellen. Das wäre echt irre. Keiner würde mir glauben, aber irre wäre es trotzdem.

 

 

Es kommt noch mehr. Ihr könnt euch auch gerne mit Anregungen melden, wenn euch was aufgefallen ist oder ihr einfach was wissen möchtet xx

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